Apollo 12 Mondlandung

 

 

 

 

Bemannte Mondlandung der NASA

 

 

Apollo 12 – Startvorbereitungen

 

Apollo 12 war die zweite bemannte Mondlandung im Apollo-Programm.

Die einzelnen Stufen der Saturn-V-Rakete AS-507 wurden zwischen März und Mai 1969 im Kennedy Space Center angeliefert. Das Apollo-Raumschiff CSM-108 erhielt den Namen Yankee Clipper, die Mondlandefähre LM-6 den Namen Intrepid (engl.unerschrocken/furchtlos).

Das Missionsabzeichen von Apollo 12 zeigt ein Segelschiff (Clipper), das darauf hinweist, dass alle drei Astronauten von der US-Marine kommen. Im Hintergrund sind vier Sterne zu sehen, die die drei Besatzungsmitglieder symbolisieren, sowie den Astronauten Clifton Williams, der als Mondfährenpilot vorgesehen war, aber am 5. Oktober 1967 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und durch Alan Bean ersetzt wurde.

Am 8. September 1969 konnte die Rakete zur Startrampe 39A gerollt werden. Zwei Tage vor dem Start wurde ein Leck im Tank des Apollo-Raumschiffs entdeckt. Der Tank wurde ausgebaut und durch ein Exemplar von Apollo 13 ersetzt.

Als Verbindungssprecher (Capcom) arbeiteten die Ersatzmannschaft, die Support-Crew, sowie der Astronaut Don Lind.

 

Start & Hinflug zum Mond

 

Apollo 12 startete am 14. November 1969 um 16:22 UT, während eines Gewitters. Das Raumfahrzeug wurde während des Starts zweimal von Blitzschlägen getroffen. Die Einschläge 36,5 und 52 Sekunden nach dem Start wurden vermutlich durch einen elektrisch leitfähigen Kanal aus ionisiertem Gas hervorgerufen, dem Abgasstrahl der Rakete.

Resultat war der zeitweise Ausfall der meisten elektrischen Systeme im Apollo-Raumschiff, die sich jedoch im Orbit problemlos reaktivieren ließen. Bis auf den Verlust von neun unwesentlichen Telemetriesensoren verlief der Start dennoch plangemäß. Nach einem Check-out konnte die S-IVB-Stufe für den dreieinhalbtägigen Flug zum Mond erfolgreich gezündet werden.

Apollo 12 - Blitzeinschlag beim Start

Nach Abtrennung des Apollo-Raumschiffs und der Mondfähre sollte die S-IVB-Stufe wie zuvor bei Apollo 8, 10 und 11 in eine Sonnenumlaufbahn gebracht werden.

Das erforderliche Antriebsmanöver verlief jedoch zu ungenau, so dass die Stufe nach Passieren des Mondes zu langsam war, um sich dauerhaft aus dem Gravitationsfeld des Erde-Mond-Systems zu lösen.

Früher als geplant stiegen Conrad und Bean durch den Tunnel in die Mondfähre und untersuchten gewissenhaft, ob die Blitzschläge beim Start irgendwelche Schäden an Intrepid hinterlassen hatten.

Apollo 12 auf dem Mond

 

Für Apollo 12 wurde ein Landeort bei 3 Grad 11 Minuten und 51 Sekunden südlicher Breite und 23 Grad 23 Minuten und 8 Sekunden westlicher Länge im Oceanus Procellarum festgelegt. Der Landeplatz wurde so gewählt, dass es möglich war, Teile von der am 20. April 1967 auf dem Mond gelandeten Raumsonde Surveyor 3 auszubauen und anschließend wieder zurück auf die Erde zu bringen. Conrad und Bean landeten die Mondfähre am 19. November 1969 um 06:54 UT nur 163 Meter entfernt von dieser Sonde.

Conrad konnte das Apollo-Raumschiff mit bloßem Auge erkennen, als es bei der nächsten Mondumkreisung über die Landestelle flog. Ebenso konnte Gordon aus dem Mutterschiff bei der folgenden Umkreisung sowohl Surveyor 3 als auch Intrepid sichten. Die Entfernung betrug ca. 110 km.

Als Conrad den Mond betrat, sagte er: „Whoopie! Man, that may have been a small one for Neil, but that’s a long one for me.“ (etwa: „Hoppsa! Mensch, das war vielleicht ein kleiner für Neil, aber für mich ist das ein großer!“).

Damit spielte er auf seine kleine Körperstatur an. Außerdem soll der Spruch Gegenstand einer Wette mit der italienischen Journalistin Oriana Fallaci gewesen sein.

Conrad hatte behauptet, dass die NASA den Astronauten keine Vorschriften mache, was beim Betreten des Mondes zu sagen sei, und so hatte er sich mit ihr auf diese Worte geeinigt.

Apollo 12 - Surveyor 3

Apollo 12 transportierte auch erstmals eine Farb-TV-Kamera, die Bean allerdings beim Aufstellen direkt in die Sonne richtete. Dies zerstörte sofort die Bildaufnahmeröhre der Kamera und machte TV-Übertragungen vom Beginn der Mission an unmöglich.

Conrad und Bean stellten das neue Experiment-Modul ALSEP in etwa 200 Meter Entfernung auf. Das Seismometer war so empfindlich, dass es bereits die Schritterschütterungen der zurücklaufenden Astronauten registrierte und zur Erde funkte. Daneben gehörten zum Umfang ein Magnetometer sowie das schon bei Apollo 11 mitgeführte Sonnenwindexperiment.

Nach einer Ruhepause in der Landefähre begaben sich die Astronauten zur Surveyor-Sonde, von der sie Teile abmontierten und zurück auf die Erde brachten.

 

Rückflug & Landung auf der Erde

 

Conrad und Bean starteten die Aufstiegsstufe der Mondfähre und ließen das Triebwerk über sieben Minuten lang laufen. Der Aufenthalt auf dem Mond hatte 31 Stunden, 31 Minuten und elf Sekunden gedauert, wovon die Astronauten insgesamt knapp acht Stunden außerhalb der Mondfähre verbracht hatten. Neben der nicht mehr benötigten Ausrüstung ließen die Astronauten versehentlich auch mehrere Magazine mit belichteten Filmen zurück, darunter alle Farbaufnahmen der zweiten EVA.

Mehrere Kurskorrekturen waren notwendig, bis Intrepid an Yankee Clipper ankoppeln konnte. Nach dem Umsteigen wurde die Mondfähre abgekoppelt und gezielt auf Kollisionskurs mit dem Mond gebracht. Intrepid schlug mit etwa 1,5 km/s Geschwindigkeit etwa 72 km entfernt vom Seismometer auf. Die Daten des folgenden Mondbebens wurden vom ALSEP direkt an die Erde gefunkt.

Apollo 12 blieb noch einen vollen Tag im Mondorbit, um die fotografische Kartierung des Mondes zu ergänzen.

Die Kommandokapsel Yankee Clipper wasserte am 24. November 1969 um 20:58 UT, zehn Tage, vier Stunden, 36 Minuten und 24 Sekunden nach dem Start. Der Aufprall war relativ hart, und Alan Bean wurde von einer herabfallenden Kamera am Auge verletzt. Wie Apollo 11 lag die Landekapsel zuerst mit der Spitze nach unten, richtete sich aber bald auf.

Die biologischen Vorsichtsmaßnahmen entsprachen denen von Apollo 11: die Astronauten wurden in einen Quarantäne-Container an Bord des Flugzeugträgers USS Hornet gebracht. Fünf Tage später wurden die Astronauten samt Container von Hawaii nach Houston geflogen, wo sie nach insgesamt 16 Tagen aus der Quarantäne entlassen wurden.

Bei der labortechnischen Untersuchung der Kamera der Surveyor-3-Sonde berichtete der Mikrobiologe Frederick Mitchell, dass in der Isolierung der Kamera getrocknete Bakterien (Streptococcus mitus) mit zum Mond gereist wären. Die Bakterien konnten im Brutschrank wieder keimen und galten daher als Hinweis für mögliche Überlebensfähigkeit im Weltraum (siehe Panspermie). Später stellte sich jedoch heraus, dass unzureichende Sterilitätsvorkehrungen getroffen wurden und dass die gefundenen Bakterien wahrscheinlich von einer Kontamination im Labor herstammen.

 

Bedeutung für das Apollo-Programm

 

Mit Apollo 12 gelang erstmals eine nahezu vollautomatische Präzisionslandung. Mit dem ALSEP-Paket konnten auch zu späteren Zeitpunkten wertvolle wissenschaftliche Daten empfangen werden. Insgesamt verlief die Apollo-12-Mission so problemlos, dass für Apollo 13 ein schwierigeres Ziel anvisiert werden konnte: eine Landung im Fra-Mauro-Hochland.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: NASA , NASA, scan: Ed Hengeveld NASA, Alan L. Bean 

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