Apollo 14 Crew

 

 

 

 

 

 

 

Apollo 14 – Flugvorbereitungen

 

Besatzung von Apollo 14

 

Am 6. August 1969, kurz nach der erfolgreichen Mondlandung durch Apollo 11 gab die NASA die Mannschaften für die Missionen Apollo 13 und Apollo 14 bekannt.

Als Pilot der Kommandokapsel von Apollo 14 wurde Stuart Roosa eingeteilt, dem der Vorzug vor Donn Eisele gegeben wurde. Eisele hatte wie Cooper zur Ersatzmannschaft von Apollo 10 gehört und wäre damit üblicherweise in die Hauptmannschaft von Apollo 14 nominiert worden.

Pilot der Mondlandefähre wurde Edgar Mitchell, nachdem James McDivitt (der als Kommandant von Gemini 4 und Apollo 9 ungleich weltraumerfahrener war als Shepard) diese Position ausgeschlagen hatte. Sowohl Roosa als auch Mitchell waren aus der fünften Astronautenauswahlgruppe und hatten noch keinen Raumflug absolviert.

Die Ersatzmannschaft waren Eugene Cernan als Kommandant, nachdem Michael Collins auf diesen Posten verzichtet hatte, Ron Evans als Pilot der Apollo-Kommandokapsel und Joe Engle als Pilot der Landefähre.

 

Startplanung & Organisation

 

Die einzelnen Stufen der Saturn-V-Rakete AS-509 wurden zwischen Januar und Mai 1970 im Kennedy Space Center angeliefert. Das Apollo-Raumschiff CSM-110 erhielt den Namen Kitty Hawk, nach dem Ort, an dem die Gebrüder Wright den ersten Motorflug unternommen hatten. Die Mondlandefähre LM-8 erhielt den Namen Antares nach dem Stern im Sternbild Skorpion.

Aufgrund der Probleme von Apollo 13 wurden drei größere Änderungen am Apollo-Raumschiff vorgenommen: Die interne Struktur der Sauerstofftanks wurde geändert, ein dritter Sauerstofftank wurde hinzugefügt und eine weitere Batterie eingebaut. Darüber hinaus musste die Mannschaft zur Vermeidung von Ansteckungen eine Quarantäne vor dem Flug durchlaufen.

Am 9. November 1970 konnte die Rakete zur Startrampe 39-A gerollt werden.

Als Verbindungssprecher (Capcom) während des Fluges dienten Ron Evans von der Ersatzmannschaft, Fred Haise von Apollo 13, Bruce McCandless von der Unterstützungsmannschaft, sowie Gordon Fullerton.

 

Start & Flug zum Mond

 

Der Start von Apollo 14 zum Mond erfolgte am 31. Januar 1971, 16:03 Uhr Ortszeit (21:03 UTC) vom Kennedy Space Center am Cape Canaveral, Florida. Am Starttag herrschte sehr schlechtes Wetter, und kurz vor dem Start wurde der Countdown unterbrochen, um eine Regen- und Gewitterfront vorüberziehen zu lassen. Apollo 12 war während des Starts vom Blitz getroffen worden, was zum Ausfall mehrerer Systeme geführt hatte. Dieses Risiko wollte man nicht nochmals eingehen.

Wie bei allen Mondflügen im Apollo-Programm wurde erst eine Erdumlaufbahn angesteuert, bevor die dritte Stufe ein zweites Mal gezündet wurde, um das Raumschiff auf den Weg zum Mond zu bringen.

Probleme bereitete das Flugmanöver, mit dem auf dem Hinflug die Mondlandefähre „Antares“ an die Nase des Apollo Kommandomoduls„ Kitty Hawk“ gesteuert und angedockt wird. Roosa benötigte sechs Anläufe, bis es gelang, in der Folge traten aber keine Probleme mit dem System mehr auf.

 

Einsatz auf dem Mond

 

Als Ziel war das Fra-Mauro-Hochland anvisiert, das eigentlich von Apollo 13 hätte besucht werden sollen. Nachdem ein Problem mit der Bordelektrik der Antares behoben war, wartete ein sehr umfangreiches wissenschaftliches Programm auf die Astronauten. Neben einem erweiterten ALSEP(Apollo Lunar Surface Experiments Package) hatte die Mannschaft eine ganze Reihe kleinerer Messgeräte im Gepäck. Dazu gehörten

  • ein Radioisotopengenerator (RTG)
  • ein passives seismisches sowie
  • ein aktives seismisches Experiment, welches Sprengladungen in die Mondoberfläche schoss
  • ein „Suprathermal Ion Detector“ Experiment zum Aufspüren von Gasen
  • ein „Cold Cathode Gauge“ Experiment zur Atmosphärendruckmessung
  • ein „Charged Particle Lunar Environment“ Experiment, eine Art Mörser
  • ein Laserreflektor zur Bestimmung des Abstands Erde-Mond (Satellite Laser Ranging)
  • ein „Lunar Portable Magnetometer“ Experiment,
  • ein Sonnenwind-Experiment
  • sowie Instrumente zur Untersuchung der Mondgeologie und des Mondgesteins.

 

Apollo 14 -_Shepard mit Flagge

Der erste Außenbordeinsatz (EVA) dauerte 5,03 Stunden, in der die Astronauten hauptsächlich die Experimente aufstellten.

Während der darauf folgenden Ruhephase profitierten Shepard und Mitchell von Hängematten, die sie in der Landefähre aufspannten und die, bei geringem Zusatzgewicht, den Schlafkomfort erheblich verbesserten.

Der zweite Ausflug am nächsten Tag hatte zum Ziel, am oberen Rand des Mondkraters Cone, der einen beachtlichen Durchmesser von 300 m hat und 40 m tief ist,Gesteinsproben zu nehmen. Sie erreichten den Krater jedoch nicht.

Den erstmals mitgeführten „Modular Equipment Transporter“ (MET), einen antriebslosen Handwagen, durch den tiefen Mondstaub zu bewegen war anstrengend und kostete mehr Zeit und Atemluft als gedacht.

Außerdem kamen die beiden Astronauten etwas in südlicher Richtung von ihrer Route ab. In den vier Stunden und 23 Minuten legten die Astronauten rund drei Kilometer Wegstrecke auf dem Mond zurück.

Anhand von hochaufgelösten Aufnahmen der LROC wurde im August 2009 festgestellt, dass sie wegen ungenügender Geländeinformation den Kraterrand um nur 30 m verfehlten.  Am Ende der letzten EVA wurde Shepard dann auch zum ersten Golfspieler auf dem Mond.

Er zog zwei Golfbälle aus seiner Tasche und schlug sie mittels eines aus dem Stiel eines Probenentnahmewerkzeugs und einem mitgebrachten Eisen-6-Kopf gebauten Golfschlägers mehrere hundert Meter weit, was er mit „Miles and miles and miles“ kommentierte.

 

Rückflug & Landung

 

Der Rückflug ging ohne Probleme vonstatten. Am 9. Februar 1971 um 16:05 Uhr wasserte Apollo 14 nur 7 km von der USS New Orleans entfernt im Pazifik. Die Landekapsel verfehlte den anvisierten Zielpunkt nur um 1,1 km und hatte damit die genaueste Landung aller Apollo-Missionen.

Wie die Besatzungen von Apollo 11 und Apollo 12 mussten auch Shepard, Roosa und Mitchell nach der Landung Schutzanzüge anlegen und sich 16 Tage lang in Quarantäne begeben. Wie bei den zwei vorigen Besatzungen wurden keinerlei Anzeichen von „Mondviren“ entdeckt, so dass bei späteren Flügen auf diese Vorsichtsmaßnahme verzichtet wurde. Die Besatzung von Apollo 14 kam daher als einzige in den zweifelhaften Genuss zweier Quarantäneperioden.

 

Bedeutung für das Apollo-Programm

 

Die Apollo-14-Mission war zu diesem Zeitpunkt die wissenschaftlich erfolgreichste. So lieferte das mitgebrachte Gestein mit einem Gesamtgewicht von 42,9 kg viele wertvolle Informationen zur Datierung des Mondalters. Auch die im Umfeld der Antares aufgestellten Messinstrumente lieferten reichlich Daten. Das Seismometer registrierte beispielsweise Mondbeben vorwiegend dann, wenn der Mond sich am erdnächsten Punkt seiner Bahn, dem Perigäum befand. Das Gelingen dieser Mission machte dann auch den Weg frei für die Missionen Apollo 15, 16 und 17.

Vor Beginn der Mission hatten die Astronauten im August 1970 im Nördlinger Ries ein field training absolviert, da die vielen Steinbrüche in diesem Gebiet und das dort vorkommende Suevit-Gestein der Oberfläche des Mondes sehr ähnlich sind. Als Dank für die Unterstützung erhielt die Stadt Nördlingen 1972 von der NASA einen Mondstein von der Apollo-16-Mission als Dauerleihgabe, der im dortigen Rieskrater-Museum besichtigt werden kann.

Mitchell und Shepard waren die einzigen Apollo-Astronauten, die während des Fluges zugenommen statt abgenommen hatten. Shepard hatte als Missionsmaskottchen einen Delfin aus Kristall bei sich.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

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