Apollo 7

 

NASA Raumfahrt-Projekt

 

 

Apollo 7 – Vorbereitung der Mission

 

Apollo 7 Mission: Nach der Brandkatastrophe von Apollo 1 wurden viele Änderungen an der Apollo-Kommandokapsel vorgenommen. Für Apollo 7 war die Kapsel mit der Seriennummer CSM-101 vorgesehen, das erste Modell aus der neuen Block-II-Serie. Eine Mondlandefähre sollte bei diesem Flug nicht mitgeführt werden.

Die verschiedenen Teile der Saturn-1B-Rakete AS-205 kamen im Frühling 1968 im Kennedy Space Center an und wurden im Laufe des Sommers montiert. Am 9. August 1968 konnte Apollo 7 zum Startkomplex 34 transportiert werden.

Die ursprünglich vorgesehenen Tests hätten innerhalb dreier Tage durchgeführt werden können, jedoch plante die NASA einen längeren Flug von bis zu elf Tagen Dauer, länger als ein Flug zum Mond und zurück benötigen würde.

Drei Ziele wurden für diesen Flug formuliert:

  • Beweis der Leistungsfähigkeit von Raumschiff und Besatzung
  • Beweis der Leistungsfähigkeit von Besatzung, Raumschiff und Betriebsanlagen während eines bemannten Raumfluges
  • Beweis der Rendezvous-Fähigkeit des Raumschiffs.

Als Verbindungssprecher (CapCom) während des Flugs dienten die Ersatzmannschaft Stafford, Cernan und Young, sowie die Support-Crew Swigert, Evans und Pogue.

 

Flugverlauf von Apollo 7

 

Der Start erfolgte am 11. Oktober 1968 um 15:02 Uhr UTC vom LC-34 auf Cape Canaveral bei relativ starkem Wind. Die Saturn-1B-Rakete arbeitete planmäßig. Nach etwa zehn Minuten erreichte das Raumschiff die Erdumlaufbahn mit 227 km Perigäum und 285 km Apogäum. Es war die einzige bemannte Mission von diesem Startplatz.

Einige Stunden später entkoppelte sich das Raumschiff von der zweiten Stufe (S-IVB) der Rakete, wendete und führte ein Rendezvous durch, um zu simulieren, wie zukünftige Apollo-Schiffe die Mondlandefähre aus der dritten Stufe einer Saturn V ziehen würden.

Apollo 7 - Start der Saturn V Rakete

Das Raumschiff entfernte sich von der zweiten Stufe und führte am nächsten Tag wiederum ein Rendezvous durch, in dem andere Manöver vollzogen wurden, die ein Rendezvous zwischen Mondfähre und Apollo-Kommandokapsel in der Mondumlaufbahn simulierten.

Teilweise wurde mit Radar navigiert, teilweise auch mit einem Sextanten. Eine Bahnverfolgung mit dem Sextanten war bis zu einer Entfernung von ca. 600 km möglich. Sichtbar war die S-IVB sogar bis fast 1800 km.

Erstmals war eine Fernsehkamera an Bord eines amerikanischen Raumschiffes. Zwar war das schon bei früheren Flügen erwogen worden, wurde aber immer wieder aufgrund von Gewichtsproblemen gestrichen.

Sowjetische Raumschiffe hatten schon mehrmals Kameras an Bord gehabt, bei Apollo 7 gab es dagegen die erste Live-Übertragung aus dem Weltall.

Im Laufe der Mission wurde das Triebwerk des Raumschiffs achtmal gezündet, wobei es zwischen einer halben Sekunde und zwölf Minuten lief. Die Flugbahn wurde bis zu einer Höhe von 452 km erhöht. Alle Bahnänderungen verliefen erfolgreich.

Schon am ersten Tag bekam Schirra Schnupfen, und bald hatte er Cunningham und Eisele angesteckt. Da trotzdem ein relativ umfangreiches Testprogramm durchgeführt werden musste – es handelte sich schließlich um den Erstflug eines neuen Raumschifftyps – kam es zu Differenzen zwischen der Mannschaft und der Flugleitung.

Weil Nasensekret in der Schwerelosigkeit nicht von selbst nach unten abläuft, mussten sich die Astronauten ständig schnäuzen. Schon mehrere Tage vor der Landung bestanden sie darauf, den Wiedereintritt ohne Helme und Handschuhe durchzuführen, weil sie fürchteten, dass der Druckaufbau sonst ihre Trommelfelle zum Platzen bringen könnte. Hier galt es, die Risiken abzuwägen. Die Diskussionen hielten mehrere Tage an, schließlich gab die Flugleitung nach.

Dass die Gefahr eines Druckabfalls beim Wiedereintritt tatsächlich bestand, zeigte der Unfall von Sojus 11 vier Jahre später. Ein Ventil öffnete vorzeitig, und die drei sowjetischen Kosmonauten erstickten, weil das Sojus-Raumschiff nicht für das Tragen von Raumanzügen konzipiert war.

Nach zehn Tagen zündeten die Astronauten zwölf Sekunden lang die Bremsraketen. Vier Minuten danach wurde das Servicemodul vom Kommandomodul getrennt. Beim Wiedereintritt hatten die Astronauten Beschleunigungen bis zu 3,3 g zu ertragen. In den letzten sechs Minuten wurde der Fall durch Fallschirme gebremst.

Vom Zünden der Bremsraketen bis zur Wasserung in der Karibik war eine halbe Stunde vergangen. Die Apollo-Landekapsel lag zuerst mit der Spitze nach unten im Wasser, konnte aber durch Aufblasen von Luftsäcken aufgerichtet werden. Die Astronauten wurden mit einem Hubschrauber an Bord der USS Essex gebracht.

 

Apollo 7 – Bedeutung für das Apollo-Programm

 

Der Flug von Apollo 7 stellte nicht nur die Flugtauglichkeit des Raumschiffs unter Beweis, sondern auch die Tauglichkeit aller anderen Einrichtungen wie Raketenmontage, Startvorbereitung und Flugleitung. Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Mondlandung. Bis zum Ende des Jahrzehnts blieben jetzt nur noch wenig mehr als zwei Jahre , um Kennedys Versprechen einzulösen.

Als nächster Schritt war geplant, dass die Mannschaft von James McDivitt mit Apollo 8 die Mondlandefähre in der Erdumlaufbahn testen sollte. Es hatte sich jedoch bereits Monate vorher abgezeichnet, dass die Fähre nicht so schnell bereit sein würde.

Intern hatte die NASA allerdings schon einen Alternativplan entwickelt: die Mannschaft von Frank Borman, die im nächsten Jahr mitApollo 9 fliegen sollte, stand bereit. Man könnte diesen Flug vorziehen und noch im laufenden Jahr den ersten bemannten Flug der Saturn V durchführen. Auch ohne Landefähre könnte man sich auf den Weg zum Mond machen und wertvolle Erfahrungen gewinnen.

Drei Wochen nach der Landung von Apollo 7 entschied die NASA endgültig, den ursprünglichen Plan zu ändern und Apollo 8 zum Mond zu schicken.

Die Spannungen zwischen den Astronauten und dem Cape führten zu einer Änderung der Abläufe am Boden, insbesondere in die stärkere Einbindung der Astronauten in die Missionsplanung. Keiner der drei Astronauten wurde für einen weiteren Flug nominiert.

Anmerkungen

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