Apollo 9 – Mondprogramm

 

 

 

 

 

 

Apollo 9 – Mondprogramm

 

Apollo 9 war eine Raumfahrtmission im Rahmen des Apollo-Programms. Ihr Ziel war ein Testflug der Mondlandefähre unter realen Bedingungen in der Erdumlaufbahn, in der das Rendezvous- und Andockmanöver geprobt wurde.

Nachdem die Mission C (Apollo 7) erfolgreich verlief, entschied die NASA am 10. November endgültig, dass Bormans Mannschaft die erste sein sollte, die zum Mond fliegt. Diese Mission wurde nun als Apollo 8 nummeriert. Der Flug von McDivitt, Scott und Schweickart lief nun als Apollo 9 und verzögerte sich weit bis ins Jahr 1969. Mission E wurde ersatzlos gestrichen.

Die einzelnen Teile der Rakete, die ja eigentlich für Mission E geplant waren, wurden zwischen Mai und September 1968 angeliefert. Am 3. Januar 1969 konnte die Saturn V zur Startrampe 39A gerollt werden. Die Rakete trug die Seriennummer AS-504, die Kommandokapsel CSM-104 und die Mondlandefähre LM-3.

Startvorbereitung von Apollo 9

Die Saturn V startete am 3. März 1969 um 16:00 UTC vom Kennedy Space Center, Florida. Um die Kommunikation zu vereinfachen, erhielten Kommandokapsel und Fähre erstmals eigene Rufnamen: Gumdrop für das Kommandomodul und Spider für die Mondlandefähre. Somit wurde die seit Gemini 3 unterbrochene Tradition fortgesetzt, dass die Astronauten ihren Raumschiffen eigene Namen geben durften.

Verbindungssprecher (CapCom) während des Fluges waren die Ersatzmannschaft Conrad, Gordon und Bean, sowie Stuart Roosa und Alfred Worden von der Support-Crew und Ronald Evans

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Apollo 9 – Im Erdorbit

 

Nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn wurden alle Manöver durchgeführt, wie sie für die reale Mondlandung von Apollo 11 geplant waren. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Mondlandefähre noch in der dritten Stufe der Saturn-Rakete. Die Spitze bildete die Einheit aus dem Apollo-Servicemodul und der Kommandokapsel (CSM). Das CSM löste sich von der Raketenstufe, wendete um 180 Grad und dockte mit der Nase an der Mondlandefähre (LM) an. Nun konnte sich der Verbund von der Raketenstufe entfernen. Drei Stunden nach dem Start war dieses Manöver beendet.

Die dritte Stufe der Saturn V, die S-IVB, wurde erneut gezündet, um auch deren Systeme zu testen, und in eine Sonnenumlaufbahn gebracht.

 

Apollo 9 - Gumdrop trifft Spider

Am dritten Flugtag stiegen zuerst Schweickart, dann McDivitt von der Apollo-Kommandokapsel in die Mondfähre um. Das war das erste Mal, dass Raumfahrer sich durch einen Tunnel von einem Raumfahrzeug in ein anderes bewegten. Schweickart litt zu dieser Zeit unter Raumkrankheit, so dass das Programm gekürzt werden musste.

Allerdings gab es noch die erste Fernsehübertragung aus dem Innern der Landefähre. Schließlich wurden noch die Triebwerke der Landefähre getestet. Ohne die beiden Raumfahrzeuge zu trennen, liefen die Triebwerke sechs Minuten lang.

Für den nächsten Tag, den 6. März 1969, waren die ersten Außenbordarbeiten des Apollo-Programms vorgesehen. McDivitt und Schweickart stiegen ein zweites Mal durch den Tunnel in die Mondfähre. Schweickart verließ die Fähre durch die Außenluke, nur mit einem Nylonseil gesichert.

Diese Extra Vehicular Activity (EVA) dauerte 47 Minuten, geplant waren über zwei Stunden, wobei sich Schweickart bis zur Luke der Apollo-Kommandokapsel hätte hangeln sollen, um das Umsteigen im freien Raum zu simulieren. Dieser Teil musste jedoch entfallen.

Zur selben Zeit öffnete Scott die Luke der Kommandokapsel und beugte sich in den Weltraum (siehe nebenstehendes Bild), war aber noch mit den Lebenserhaltungssystemen des Raumschiffs verbunden. Somit kam Scott doch noch zu seiner EVA, die für Gemini 8vorgesehen war, aber abgesagt werden musste.

Am fünften Flugtag sollte die Mondfähre dann endlich selbst manövrieren. McDivitt und Schweickart trennten die Fähre vom Mutterschiff und entfernten sich bis zu 180 km vom Apollo-Raumschiff. Nach etwa vier Stunden wurde die Abstiegsstufe abgeworfen und die Aufstiegsstufe gezündet, um das Rendezvous mit dem Apollo-Raumschiff durchzuführen.

6 Stunden und 22 Minuten nach der Trennung dockte Spider wieder an Gumdrop. Dies war jedoch nicht das erste Docking zweier bemannter Raumfahrzeuge in der Erdumlaufbahn, denn diese Premiere war Sojus 4 und Sojus 5 zwei Monate zuvor gelungen.

McDivitt und Schweickart stiegen wieder zu Scott in die Kommandokapsel, und die Mondlandefähre wurde abgeworfen. Das Aufstiegstriebwerk der Mondfähre wurde ferngesteuert gezündet und brannte, bis der Treibstoff zu Ende ging. Spider blieb in der Erdumlaufbahn und verglühte erst 1981 in der Atmosphäre, während die Abstiegsstufe bereits im Frühjahr 1969 wieder in die Atmosphäre eintrat.

 

Apollo 9 – Landung auf der Erde

 

Die restliche Zeit in der Umlaufbahn wurde der Erdbeobachtung gewidmet. Die Crew brachte 1.373 verwertbare Fotos zurück. Aufgrund schlechten Wetters im Landegebiet erfolgte die Zündung der Bremsraketen eine Erdumkreisung später als geplant. Zehn Tage nach dem Start, am 13. März, um 17:00 UTC wasserte Apollo 9 sicher im Atlantik und wurde von der USS Guadalcanal geborgen. Im Gegensatz zu Apollo 7 und Apollo 8 trieb die Landekapsel gleich mit der Spitze nach oben und musste sich nicht erst aufrichten.

 

Bedeutung für das Apollo-Programm

 

Apollo 9 war ein voller Erfolg. Mit der Mondfähre und dem Apollo-Raumanzug waren nun auch die letzten Ausrüstungsgegenstände im All getestet, die für eine Mondlandung notwendig waren. Auch sämtliche Rendezvous- und Kopplungsmanöver wurden erprobt. Die Raumkrankheit, unter der Schweickart gelitten hatte, hatte zwar zur Verkürzung der Außenbordarbeiten geführt, aber dieses Risiko wurde als beherrschbar eingeschätzt. Die Übelkeit trat immer nur zu Beginn eines Raumfluges auf, so dass ein an Raumkrankheit leidender Astronaut sich bis zur Ankunft auf dem Mond erholt haben sollte.

Innerhalb der NASA gab es Stimmen, dass die nächste Mission, Apollo 10, bereits eine bemannte Mondlandung versuchen sollte, doch blieb man beim ursprünglichen Plan, was am 24. März 1969 noch einmal ausdrücklich bestätigt wurde. Danach sollte der nächste Flug die Tests von Apollo 8 und Apollo 9 kombinieren: einen Mondflug mit Test der Fähre im Mondorbit.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: NASANASA / Russell L. Schweickart

Lizenzbestimmungen Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (abgekürzt)