Luna Mondsonden

 

 

Raumfahrtprogramm

 

 

Luna Mondsonden Programm

 

Mit Luna 4 bis 24 wurden sowjetische Mondsonden der zweiten Serie (1963-1976) bezeichnet. Die Sonden der Vorgängerserie waren mit Lunik 1 bis 3 bezeichnet worden.

Einige fehlgeschlagene Luna-Missionen wurden (im Falle des Erreichens der Erdumlaufbahn) als Satelliten bezeichnet und erhielten Sputnik- oder Kosmos-Decknamen. Die Sonden, die nicht einmal die Erdumlaufbahn erreichten, erhielten keine offizielle Bezeichnung.

Sie tragen daher von internationalen Experten vergebene Bezeichnungen wie z.  B. Luna 1964A. Einige zur Erprobung von Landemanövern vorgenommene Raumflüge fanden jedoch im Zond-Programm statt.

 

Frühe Landungen der Mondsonde

 

Das Ziel der Missionen Luna 4 bis 9 (Sonden der Serie E-6) war es, eine Sonde weich auf der Mondoberfläche abzusetzen. Bis dies mit Luna 9 gelang, mussten zahlreiche Rückschläge hingenommen werden.

Luna 9 Mondsonde

Am 3. Februar 1966 gelang mit der erfolgreichen Landung von Luna 9 (Start: 31. Januar 1966) im Oceanus Procellarum schließlich die erste weiche Landung auf dem Mond in der Geschichte der Raumfahrt.

Die Sonde maß die Strahlung an der Mondoberfläche und sandte Panoramen der Mondoberfläche zurück zur Erde.

Der Lander arbeitete, bis die Batterien am 6. Februar 1966 erschöpft waren.

Diese technische Leistung hatte auch eine politische Dimension, da die Sowjetunion aus dem Wettlauf mit den USA um die erste weiche Mondlandung als Sieger hervorging.

Eine instrumentell verbesserte Version von Luna 9 war Luna 13 (E-6M). Diese Sonde landete am 24. Dezember 1966 auf dem Mond. Die Sonden 4-9 und 13 wogen beim Start je zwischen 1446 und 1620 kg.

Auf den Lander entfielen nach der Landung lediglich 90-113 kg. Die Sonden wurden mit Molnija-Raketen gestartet.

Frühe Mondorbiter

 

Die Sonden Luna 10, 11, 12 und 14 (Serien E-6S, E-6LF und E-6LS) waren Mondorbiter, die den Bus der Landesonden der Serie E-6 nutzten, jedoch anstatt eines Landers eine Sektion mit Instrumenten mitführten. Wie die Lander waren die Orbiter batteriebetrieben, wodurch die aktive Zeit im Orbit auf einige Wochen beschränkt war. Auch diese Sonden wurden mit Molnija-Raketen gestartet.

Der erste Start eines E-6S-Orbiters erfolgte am 1. März 1966, die Oberstufe der Rakete versagte jedoch, so dass die Sonde unter der Tarnbezeichnung Kosmos 111 im Erdorbit blieb. Der zweite E-6S-Start glückte wenig später und Luna 10 schwenkte als erste Raumsonde am 3. April 1966 in einen Mondorbit ein.

Die Experimente an Bord vermaßen das Magnetfeld des Mondes und detektierten Mikrometeoriten und Teilchen. Aus den Veränderungen der Bahn konnte man erstmals auf Massekonzentrationen in der Mondkruste schließen.

Am 3. April 1966 wurde bei der Eröffnung des 23. Kongresses der KPdSU eine aufgezeichnete Sendung von Luna 10 abgespielt: Ingenieure hatten die Sonde so programmiert, dass sie Die Internationale abspielte.

Luna 11 war ein Orbiter der verbesserten Serie E-6LF und wurde am 24. August 1966 gestartet. Die Monate seit dem Start des Vorgängers wurden genutzt, um die Instrumentierung zu verbessern.

Die Mondsonde führte eine Filmkamera mit. Der Film wurde an Bord entwickelt und digitalisiert. Das Experiment fiel jedoch aufgrund von Problemen mit der Ausrichtung der Kamera aus.

Die Sonde übertrug Daten aus dem Mondorbit bis zum 31. Oktober 1966. Die Wiederholung dieser Mission mit Luna 12, gestartet am 22. Oktober 1966, verlief dagegen erfolgreich.

Im Jahr 1968 erfolgten zwei weitere Starts mit dem Ziel, einen Orbiter (Serie E-6LS) in die Mondumlaufbahn zu bringen.

Der erste Start (1968A) endete mit dem Absturz der Trägerrakete, bei dem zweiten am 7. April 1968 konnte jedoch die Sonde Luna 14 erfolgreich den Mondorbit erreichen.

Mit der Sonde wurde unter anderem das Kommunikationssystem für das bemannte sowjetische Mondprogramm getestet sowie weitere wissenschaftliche Experimente durchgeführt.

 

Startliste der Luna Missionen

 

Sonde Startdatum Mission Bemerkungen
Luna 1A 23.09.1958 Mondaufschlag Fehlstart
Luna 1B 11.10.1958 Mondaufschlag Fehlstart
Luna 1C 04.12.1958 Mondaufschlag Fehlstart
Luna 1 02.01.959 Mondaufschlag Vorbeiflug am Mond in 5955 km
Luna 2A 18.06.1959 Mondaufschlag Fehlstart
Luna 2 12.09.1959 Mondaufschlag Erfolgreich
Luna 3 04.10.1959 Mondumrundung Fotos von der Mondrückseite gewonnen
Luna 3A 15.04.1960 Mondumrundung Fehlstart
Luna 3B 16.04.1960 Mondumrundung Fehlstart
Luna 4A 16.05.1960 Mondumrundung Fehlstart
Sputnik 25 04.01.1960 Mondlandung Sonde verbleibt im Erdorbit
Luna 4A 03.02.1963 Mondlandung Fehlstart
Luna 4 02.04.1963 Mondlandung Passiert Mond in 833 km Entfernung
Luna 5A 21.03.1964 Mondlandung Fehlstart
Luna 5B 20.04.1964 Mondlandung Fehlstart
Kosmos 60 12.03.1965 Mondlandung Sonde verbleibt im Erdorbit
Luna 5C 10.04.1965 Mondlandung Fehlstart
Luna 5 09.05.1965 Mondlandung Harter Aufschlag
Luna 6 080.6.1965 Mondlandung Passiert Mond in 159.000 km Entfernung
Luna 7 04.10.1965 Mondlandung Harter Aufschlag
Luna 8 03.12.1965 Mondlandung Harter Aufschlag
Luna 9 31.01.1966 Mondlandung Erste Bilder von der Mondoberfläche
Kosmos 111 01.03.1966 Mondorbiter Sonde verbleibt im Erdorbit
Luna 10 31.03.1966 Mondorbiter Erster Mondorbiter, Messungen bis zum 30.05.1966
Luna 11 24.08.1966 Mondorbiter Messungen bis zum 31.10.1966
Luna 12 22.10.1966 Mondorbiter Erste Fotos aus dem Mondorbit
Luna 13 21.12.1966 Mondlandung Wiederholung der Mission von Luna 9
Kosmos 159 17.04.1967 Mondorbiter Gelangt in falschen Erdorbit
Luna 14A 07.02.1968 Mondorbiter Fehlstart
Luna 14 07.04.1968 Mondorbiter Test von neuen Kommunikationssystemen
Luna 15A 14.06.1969 Gesteinsrückführung Fehlstart
Luna 15 13.07.1969 Gesteinsrückführung Harter Aufschlag
Kosmos 300 13.09.1969 Gesteinsrückführung Sonde verbleibt im Erdorbit
Kosmos 305 22.10.1969 Gesteinsrückführung Sonde verbleibt im Erdorbit
Luna 16A 07.02.1970 Gesteinsrückführung Fehlstart
Luna 16 12.09.1970 Gesteinsrückführung Gewinnung von 101 g Bodenproben
Luna 17 10.11.1970 Mondmobil Arbeitet bis zum 14.09.1971, legt 10.5 km zurück
Luna 18 02.09.1971 Gesteinsrückführung Harter Aufschlag
Luna 19 28.09.1971 Mondorbiter Arbeitet bis zum 03.10.1972
Luna 20 14.02.1972 Gesteinsrückführung Gewinnung von 55 g Bodenproben
Luna 21 08.01.1973 Mondmobil Arbeitet bis zum 03.07.1973, legt 37 km zurück.
Luna 22 29.05.1974 Mondorbiter Arbeitet bis zum 02.09.1975
Luna 23 28.10.1974 Gesteinsrückführung Bohrer beschädigt, keine Gesteinsrückführung
Luna 24A 16.10.1975 Gesteinsrückführung Fehlstart
Luna 24 09.08.1976 Gesteinsrückführung Gewinnung von 170.1 g Bodenproben

Rückkehrsonden

 

Bis dahin nutzte die Sowjetunion die Molnija-Rakete mit einer maximalen Nutzlast von etwa 1600 kg für Mondsonden. Für die nächste Serie dagegen sollte die wesentlich stärkere Proton eingesetzt werden, die etwa 6000 kg zum Mond befördern konnte.

Ziel der ersten Missionen – bestehend aus Luna 15, 16, 18, 20, 23 und 24 (Serien E-8-5 und E-8-5M) – war es, Proben von Mondgestein zur Erde zurückzubringen. Die Sonden bestanden dazu aus einer Landestufe und einer Rückstartstufe mit einer kleinen Landekapsel.

Die Mondlandung sollte nicht direkt erfolgen, sondern die Sonden sollten zunächst in einen Mondorbit einschwenken, der dann während einiger Tage so abgeändert wurde, dass der nächste Punkt der Bahn über dem Landegebiet lag, von wo aus die Sonde anschließend auf die Oberfläche abgesenkt und ihre Restgeschwindigkeit durch ein Raketentriebwerk weiter reduziert werden sollte.

Nach der Landung schließlich sollte ein Bohrer eine Bodenprobe entnehmen und diese in die Rückkehrkapsel überführen, woraufhin der Rückstart direkt zur Erde erfolgen und die Rückkehrkapsel, durch einen Fallschirm abgebremst, in der Sowjetunion niedergehen würde.

Dieser Plan verlief in drei Missionen erfolgreich, wobei von den jeweils etwa 5600–5720 kg Startmasse rund 39 kg zurück zur Erde gelangten und davon wiederum etwa 100–200 g auf die Bodenproben entfielen.

 

Zukunft der Mondsonde

 

Russland plant für die Zukunft einige Mondsonden, die das Luna-Programm aus Sowjetzeiten fortführen sollen. Luna 25, 26, 27 sollen ab 2019 zum Mond starten. Nummer 25 und 27 sollen landen, Luna 26 den Mond umkreisen. Für Luna 27, an der sich die Europäische Weltraumorganisation beteiligt, ist eine Landung im Südpol-Aitken-Becken geplant.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: NASANASANASANASAAndrew Butko

Lizenzbestimmungen Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (abgekürzt)