Raumstation Mir

 

 

 

 

Sowjetische / russische bemannte Raumstation

Raumstation Mir – aktiv von 1986 -2001

 

Die Raumstation Mir war eine von der Sowjetunion erbaute bemannte Raumstation, die von 1986 bis zu ihrem kontrollierten Absturz 2001 die Erde umkreiste. Nachdem die Mir in den ersten Jahren nur von der Sowjetunion und den mit ihr verbundenen Ostblockstaaten genutzt wurde, gab es, wie schon bei Saljut 7 zuvor, auch Kooperationen mit anderen Staaten. Zur Mission Mir-Aragatz flog erneut ein Franzose zu einer sowjetischen Raumstation, es folgten ein Japaner, eine Britin und ein Österreicher. Auch die Vorbereitungen zur Mission Mir 92 mit dem Deutschen Klaus-Dietrich Flade begannen noch in der Zeit der Sowjetunion.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion betrieb die russische Raumfahrtagentur Roskosmos die Raumstation weiter. Aus diesem Grund wurde die erfolgreiche internationale Kooperation, auch mit westlichen Staaten und deren Raumfahrtagenturen, fortgesetzt. Die Zusammenarbeit mit der NASA gipfelte in dem Shuttle-Mir-Programm, bei dem auch russische Kosmonauten mit einem Shuttle zur Mir flogen.

Die Raumstation Mir war zu ihrer Zeit das größte künstliche Objekt im Erdorbit. Mit Sputnik 1 und Juri Gagarins Erstflug  gilt die Mir als  einer der größten Erfolge der sowjetischen und russischen Raumfahrt.

 

Raumstation Mir – Aufbau & Konstruktion

 

Die Mir war die erste auf einen dauerhaften und wissenschaftlichen Betrieb ausgelegte Raumstation. Die Sowjetunion hatte in den 1970er und frühen 1980er Jahren mehrere Stationen des Typs Saljut betrieben. Sie dienten militärischen und wissenschaftlichen Zielen und wurden bis zu vier Jahre lang genutzt. Im Gegensatz zu diesen war die Mir modular aufgebaut und wurde aus mehreren nacheinander gestarteten Teilen im Laufe von zehn Jahren im All zusammengebaut. Dem Hauptmodul wurden sechs weitere Module hinzugefügt. Alle Module wurden vom kasachischen Baikonur aus mit Proton-Raketen gestartet, bis auf das Andockmodul für das Space Shuttle. Es kam mit der US-amerikanischen Fähre Atlantis vom Kennedy Space Center aus ins All.

Raumstation Mir - Diagramm

Langzeitmissionen mit bemannten Raumstationen galten für die Sowjetunion als Mittel, sich nach dem verlorenen Wettlauf zum Mond internationales Ansehen zu verschaffen. Auch in dieser Hinsicht ging man mit der Mir – für sowjetische Verhältnisse – neue Wege. Unmittelbar nach dem Start des Basismoduls wurde dieser öffentlich bekannt gegeben.

Über Details der neuen Station gab man, auch gegenüber der westlichen Presse, bereitwillig Auskunft. Der Start der ersten Besatzung wurde sogar im Vorfeld angekündigt – das erste Mal bei einem Flug ohne internationale Beteiligung. Die USA hatten mit den Skylab-Missionen nur ein einziges Projekt für eine Raumstation in ihrem Programm.

Jahrelang war die Mir der einzige permanente Vorposten der Menschheit im Weltraum. Neben vielen wissenschaftlichen Experimenten wurden hier vor allem Erfahrungen über den Langzeitaufenthalt im Weltraum gesammelt. Einzelne Kosmonauten hielten sich mehr als ein Jahr in der Station auf.

Der modulare Aufbau der Mir wurde bei der später gebauten Internationalen Raumstation (ISS) übernommen. Ihr Modul Swesda ist eine modifizierte Version des Basisblocks der Mir.

Raumstation Mir – Basismodul

 

Der Basisblock der Mir wurde am 19. Februar 1986 zum 27. Parteitag der KPdSU ins All gebracht. Er verfügte über sechs Kopplungsstutzen für Transportraumschiffe und Ausbaumodule – die Vorgänger verfügten über zwei Stutzen. Die Mir war von vornherein als längerfristiges und größeres Vorhaben angelegt.

Vier dieser Stutzen dienten zum Andocken weiterer Module, die beiden axialen Anschlüsse wurden für bemannte Sojus-Raumschiffe und unbemannte Progress-Raumschiffe verwendet. Mit letzteren wurde die Station mit Lebensmitteln, Wasser, Treibstoff und Material versorgt, die Bahn der Mir regelmäßig wieder angehoben und Abfall und ausgedientes Material entsorgt.

Ein ständig angedocktes Sojus-Raumschiff diente der Besatzung als „Rettungsboot“, um im Notfall die Station aufzugeben und zur Erde zurückzukehren. Aus Sicherheitsgründen musste die Mannschaft das Sojus-Raumschiff auch während des Andockens eines anderen Raumschiffes aufsuchen. Die Kapazität von höchstens drei Kosmonauten je Raumschiff beschränkte die Zahl der auf der Station arbeitenden Personen.

Das Basismodul diente als Wohn- und Aufenthaltbereich der Besatzung und verfügte über hygienische Einrichtungen für die Besatzung und die technischen Einrichtungen zur Steuerung, Lagekontrolle und Kommunikation.

Seine Startmasse betrug 20,4 Tonnen bei einer Gesamtlänge von 13,30 Metern und einem Durchmesser von 4,20 Metern.

Die Energieversorgung erfolgte über Solarmodule. Über freie Kopplungsadapter war es möglich, die Station für Außeneinsätze zu verlassen. Die Stammbesatzung bestand aus zwei oder drei Kosmonauten. Sie wurde zeitweise durch eine dreiköpfige Gastmannschaft ergänzt.

Von der Saljut 7, der letzten Station des Vorgängertypus, wurden im Rahmen der Mission Sojus T-15 Teile der Ausrüstung übernommen. Damit waren für fünf Jahre gleichzeitig zwei sowjetische Raumstationen im Orbit, von denen – bis auf einige Wochen – nur die Mir genutzt wurde.

Anmerkungen

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