Satellitennutzung 2

aller Art im Universum

 

 

Satellitennutzung 2 – Fortsetzung

 

Satellitennutzung 2 ist die Fortsetzung der Aufführungen von „Satellitennutzung aller Art im Universum“.

Mit Stand: 31. Dezember 2015 befinden sich insgesamt 1381 Satelliten im Weltall. Davon betreiben die USA 568 Satelliten, China 177 Satelliten, Russland 133 Sateliiten und die restliche Welt 503 Satelliten.

Die folgende Aufführungen ist die Fortsetzung und gibt die ersten erfolgreich betriebenen Satelliten verschiedener Staaten und der European Space Research Organisation (ESRO) an. Teilweise wurden die Satelliten in Zusammenarbeit mit anderen Staaten gebaut oder gestartet.

 

Satellitennutzung 2 – MAROC-TUBSAT

 

Der MAROC-TUBSAT ist ein Satellit für Forschung und Erdbeobachtung. Er ist eine Kooperation des Institut für Luft- und Raumfahrt (ILR) der TU Berlin und des CRTS in Rabat, Marokko. Die Entwicklung und den Bau des Satellitenbusses übernahm das ILR unter der Projektleitung durch Udo Renner, die Nutzlast für den Satelliten, eine Kamera vom Rutherford Appleton Laboratory, und den Start stellte das CRTS bereit. Entgegen der Angaben in einiger Literatur gehört der Satellit zu gleichen Teilen der TU Berlin und dem CRTS.

Satellitennutzung 2 –  Sinah-1

 

Der Satellit Sinah-1 wurde am 28. Oktober 2005 um 6:52 UTC mit einer russischen Kosmos-3M vom Raketenstartplatz Plessezkaus in eine 680 km hohe sonnensynchrone Umlaufbahn mit einer Inklination von 98,1° gebracht. Sinah-1 wurde in Russland von NPO Poljot hergestellt. Die Kosten für den 160 kg schweren und 0,8 x 1,3 x 1,6 m großen Satelliten beliefen sich auf 44 Millionen US-Dollar. Die Auflösung wird mit 50 m panchromatisch und 250 m multispektral, die Schwadbreite mit 50 km bzw. 500 km angegeben.

Satellitennutzung 2 – KazSat 1

 

KazSat 1, ursprünglich – bevor es Pläne für einen Nachfolger gab – auch nur KazSat genannt, ist der erste kasachische Satellit, der am 17. Juni 2006 um 22:44 Uhr UTC (18. Juni Ortszeit) mit einer russischen Proton-K/Block-DM3-Trägerrakete von Baikonur aus in den Weltraum gestartet wurde.

KazSat 1 ist ein vom russischen Raumfahrtunternehmen GKNPZ Chrunitschew gebauter geostationärer Kommunikationssatellit, der über 12 Transponder im Ku-Band verfügt und auf 103° Ost positioniert werden soll. Der Satellit basiert auf der „Jachta“-Satellitenplattform (russisch Яхта, englisch Yakhta), womit er nach Monitor-E1 der zweite Satellit ist, welcher diese Plattform nutzt. Die Startmasse des für heutige Nachrichtensatelliten relativ kleinen Flugkörpers beträgt 1.092 kg, die Nutzlast 180 kg, bei einer elektrischen Leistung von 1,3 kW. Die geplante Lebensdauer liegt bei 12,5 Jahren. Das Antriebssystem für Bahnmanöver und Lageregelung besteht aus einem SPD-70-Ionentriebwerk, welches mit Xenon arbeitet, und einem K10K-Kaltgastriebwerk.

Satellitennutzung 2 – SwissCube

 

SwissCube ist der Name des ersten komplett in der Schweiz gebauten Satelliten. Er wurde von 2006 bis 2007 in einem Gemeinschaftsprojekt verschiedener Schweizer Hochschulen nach dem Cubesat-Standard entwickelt.

Das erste Exemplar des Satelliten („SwissCube 1“) wurde am 23. September 2009 von der indischen Raketenbasis Sriharikota ins All geschossen. Er befindet sich auf einer Umlaufbahn die zwischen 704 und 715 km verläuft und eine Neigung von 98,4° hat. Der nur 820 Gramm schwere, würfelförmige Satellit mit 10 cm Kantenlänge soll unter anderem das noch wenig erforschte Phänomen des Nachthimmelsleuchtens in rund 100 Kilometern Höhe, den sogenannten Airglow, erkunden.

Satellitennutzung 2 – SSOT 

 

SSOT (spanisch Sistema Satelital para la Observación de la Tierra) ist ein chilenischer Erdbeobachtungssatellit. Er wurde am 17. Dezember 2011 vom Centre Spatial Guyanais mit einer Sojus-2.1a-Rakete zusammen mit vier Elisa-Satelliten für das französische Militär und dem französischen Satelliten Pléiades-1A in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn gebracht.

SSOT ist ein Erdbeobachtungssatellit und soll für das chilenische Verteidigungsministerium Aufnahmen der Erdoberfläche mit einer Auflösung von bis zu 1,45 m im panchromatischen und 6 m bei vierkanaligen Multispektralaufnahmen liefern können. Der Satellit hat eine Masse von 117 kg und basiert auf dem Satellitenbus Myriade des CNES. Hauptauftragnehmer war EADSAstrium.

Satellitennutzung 2 – Belka 2

 

Belka 2 ist ein Erdbeobachtungssatellit der weißrussischen Raumfahrtbehörde, der den am 26. Juli 2006 gestarteten Vorgängersatellit Belka 1 ersetzt, dessen Dnepr-Trägerrakete 86 s nach dem Start versagte.

Er wurde am 22. Juli 2012 um 6:42 Uhr UTC vom Startkomplex 31/6 des Kosmodroms Baikonur mit einer Sojus-Trägerrakete zusammen mit den Satelliten Kanopus-Vulkan, TET-1, ExactView 1 und Sond-PP in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht.

Satellitennutzung 2 – BRITE

 

BRITE (BRIght-star Target Explorer) oder BRITE Constellation ist ein Satelliten-Projekt, welches mittels photometrischer Messungen die Variabilität der hellsten Sterne am Himmel untersuchen soll. Der erste der sechs Satelliten wurde am 25. Februar 2013 gestartet, der letzte am 19. August 2014. Je zwei Satelliten kommen aus Kanada, Österreich und Polen.

Das Projekt wurde ursprünglich als Kooperation zwischen der Technischen Universität Graz und der University of Toronto begonnen, die FFG beschloss am 26. Oktober 2005 den Projektvorschlag zu fördern. Weitere Teilhaber an der Mission sind Arbeitsgruppen der Universitäten Wien, Montréal und der University of British Columbia. Am 16. Dezember 2009 schloss sich Polen dem BRITE-Projekt an, vertreten durch zwei Institute der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk).

Mit dem Start des von der TU Graz entwickelten TUGsat-1 wird Österreich erstmals nach Weltraumrecht ein Startstaat. Aus diesem Grund wurde 2011 das Weltraumgesetz vom österreichischen Parlament verabschiedet.

Satellitennutzung 2 – NEE-01 Pegaso

 

NEE-01 Pegaso wurde von der ecuadorianischen Raumfahrtorganisation EXA ohne ausländische Hilfe gebaut. Es handelt sich um einen Satelliten der 1U-Cubesat-Klasse. Es sind verschiedene Kameras an Bord, mit denen unter anderem auch SSTV-Videos aufgenommen und zur Erde gesendet werden.

Pegaso wurde zusammen mit Gaofen 1 sowie den Sekundärnutzlasten TurkSat-3USat und CubeBug-1 am 26. April 2013 mit einer Langer Marsch 2D vom Kosmodrom Jiuquan ins All gestartet. Nachdem sich der Satellit genügend stabilisiert hatte, konnten die Solarzellen-Ausleger ausgeklappt und der Sender aktiviert werden. Ein deutscher Funkamateur empfing die ersten Signale des Satelliten, ab 16. Mai wurden auch Bilder der Erde übertragen.

Am 23. Mai 2013 kam Pegaso in der Umlaufbahn den Überresten einer russischen Rakete zu nahe. Obwohl eine direkte Kollision nicht stattfand, wurde Pegaso wohl peripher von einem Trümmerstück getroffen und geriet in eine unkontrollierte Taumelbewegung, so dass eine Kommunikation mit der Bodenstation nicht mehr möglich ist.

Der Schwestersatellit NEE-02 Krysaor wurde am 21. November ins All gebracht.

Satellitennutzung 2 – Azerspace 

 

Azerspace (auch AzerSat-1 oder Africasat-1a) ist der erste aserbaidschanische Satellit. Gebaut von der Orbital Sciences Corporation wurde er am 7. Februar 2013 um 21:36 UTC von der Startrampe ELA-3 des Centre Spatial Guyanais zusammen mit Amazonas 3 von einer Ariane 5 ECA gestartet. Der Satellit bietet Übertragungskapazitäten für Fernsehen, Internet und Radio für Europa und große Teile Asiens und Afrika. Die geplante Lebensdauer beträgt 15 Jahre.

Satellitennutzung 2 – ESTCube-1

 

ESTCube-1 ist ein Technologieerprobungs- und Amateurfunksatellit, der von Studierenden der Universität Tartu entwickelt wurde. Es ist der erste estnische Satellit.

Bei ESTCube-1 handelt es sich um einen Cubesat der Größe 1U. Es soll das Konzept für ein neuartiges elektrisches Sonnensegel getestet werden. Der Satellit wird innerhalb einer Woche einen 10 m langen und nur 50 µm dicken Draht aus Aluminium abwickeln. Anschließend wird dieser mit einer Spannung von 500 V mittels einer Elektronenkanone aufgeladen. Der Satellit sendet mit dem estnischen Rufzeichen ES5E auf 437,505 MHz in der Betriebsart AX.25 und auf 437,250 MHz in Morsetelegrafie.

Satellitennutzung 2 – TKSat-1 

 

TKSat-1 (auch Tupac Katari genannt) ist ein kommerzieller Kommunikationssatellit der Agencia Boliviana Espacial (ABE). Er ist der erste bolivianische Kommunikationssatellit und wurde nach dem Revolutionär Tupaq Katari (* 1750; † 1781) benannt.

Der dreiachsenstabilisierte Satellit ist mit 26 Ku-Band-, 2 C-Band- und 2 Ka-Band-Transpondern ausgerüstet und soll von der Position ♁87,2° West aus Südamerika mit Telekommunikationsdienstleistungen und Fernsehen versorgen. Er wurde auf Basis des Satellitenbus DFH-4 der China Academy of Space Technology (CAST) gebaut und besitzt eine geplante Lebensdauer von 15 Jahren. Der Vertrag zum Bau und Start des Satelliten wurde am 13. Dezember 2010 zwischen der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC) und der Agencia Boliviana Espacial geschlossen

Der Satellit wurde am 20. Dezember 2013 um 16:42 UTC mit einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/E vom Startkomplex LC2 des Xichang Satellite Launch Center in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht. Die Bodenstationen zur Steuerung durch Boliviens Raumfahrtbehörde ABE sind in El Alto bei La Paz und in der Ortschaft La Guardiaim Tiefland-Departamento Santa Cruz. Bedient werden sie von bolivianischen Experten, die in China ausgebildet wurden, die Übergabe erfolgte am 28. Dezember 2013.