Satellitennutzung

aller Art im Universum

 

 

Satellitennutzung aller Art im Universum

 

Ein Satellit (lateinisch für Begleiter, Leibwächter), altertümlich Kunstmond, ist in der Raumfahrt ein künstlicher Raumflugkörper, der einen Himmelskörper auf einer elliptischen oder kreisförmigen Umlaufbahn zur Erfüllung wissenschaftlicher, kommerzieller oder militärischer Zwecke umkreist.

Mit Stand: 31. Dezember 2015 befinden sich insgesamt 1381 Satelliten im Weltall. Davon betreiben die USA 568 Satelliten, China 177 Satelliten, Russland 133 Sateliiten und die restliche Welt 503 Satelliten.

Die folgende Aufführungen gibt die ersten erfolgreich betriebenen Satelliten verschiedener Staaten und der European Space Research Organisation (ESRO) an. Teilweise wurden die Satelliten in Zusammenarbeit mit anderen Staaten gebaut oder gestartet.

 

Satellitennutzung – Explorer 1

 

Explorer 1 war der erste Satellit des Explorer-Programms, welches das erste und zugleich umfangreichste Programm von Satelliten und Raumsonden der Vereinigten Staaten war. Die meisten von ihnen (über 80) waren äußerst erfolgreich und dienten zur Erforschung der Ionosphäre, der Erdkunde (Fernerkundung) und der Astronomie.

Der wissenschaftliche Anlass für Explorer 1 war die Polar- bzw. Ionosphärenforschung und das (erste)Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58. Der Start war vom US-Präsidenten schon im Juli 1955 angekündigt worden (vier Tage darauf folgte eine ähnliche Ankündigung der Sowjetunion, die dann vor den USA den ersten Satelliten starteten).

Satellitennutzung – Azur 

 

Azur (auch GRS A oder GRS 1 für German Research Satellite) war der erste in Deutschland entwickelte Satellit. Er diente als Einstieg in die Weltraumforschung für die Bundesrepublik Deutschland und kostete rund 80 Millionen DM.

Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ging hierfür eine Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde NASA ein.

Aus der Vielzahl der eingereichten Vorschläge konnten nur wenige Experimente, die zur Erforschung der kosmischen Strahlung und ihrer Reaktion in Erdnähe dienen sollten, berücksichtigt werden, da die Nutzlast nur 71 kg betrug.

Satellitennutzung – Ariel

 

Ariel war eine Serie von britischen Messsatelliten, die in den 1960er und 1970er Jahren mit US-amerikanischen Thor-Delta und Scout-Raketen in die Erdumlaufbahn gebracht wurden.

Ariel 1 war der erste Satellit, der unter Beteiligung einer fremden Nation in den USA realisiert wurde. Großbritannien lieferte zu diesem Projekt die Experimente, während dieNASA für den Bau des Satelliten und der Trägerrakete zuständig war.

Ariel 3 war dann der erste komplett in Großbritannien konstruierte Satellit, nur die Trägerrakete musste noch von der NASA gestellt werden.

Satellitennutzung – Alouette 1 

 

Alouette 1 war Kanadas erster Satellit. Er wurde im Jahr 1962 in den Orbit geschossen − fünf Jahre nachdem die UdSSR im Jahr 1957 ihren ersten Satelliten Sputnik 1 in den Orbit geschickt hatte und vier Jahre nachdem die USA Explorer 1 gestartet hatten. Damit war Kanada die dritte Nation mit einem Satelliten im Orbit. Der Name Alouetteleitet sich vom französischen Wort für Lerche und von einem Titel eines populären französisch-kanadischen Volkslieds ab.

Satellitennutzung – San Marco 1

 

San Marco 1 war der erste italienische Satellit. Er wurde am 15. Dezember 1964 im Rahmen einer US-italienischen Kooperation von Wallops Island in den USA gestartet. Die Trägerrakete wurde von der NASA gestellt, die Startmannschaft von der italienischen Consiglio Nazionale delle Ricerche (CRS). Es handelte sich um den ersten in Westeuropa gebauten Satelliten, sowie um den ersten NASA-Start mit ausländischem Personal.

San Marco 1 diente der Erforschung der Atmosphärendichte. Da der Satellit fast kugelförmig war, hing sein Luftwiderstand nur von der Dichte der Atmosphäre ab. Aus Bahnbeobachtungen konnte man somit auf die Dichte in verschiedenen Höhen schließen.

Satellitennutzung – Asterix

 

Anfang der 1960er hatte Frankreich Ambitionen, unabhängig von den USA eigene Raketen und Satelliten zu entwickeln. Hierzu wurde 1961 die staatliche, aber zivile Raumfahrtagentur CNES gegründet. Die Verantwortung für die Entwicklung der Trägerrakete Diamant und der ersten vier Satelliten lag gemäß einer Entscheidung vom Mai 1962 jedoch noch bei der Direction Ministérielle des Armements (DMA). Für den Fall, dass die ersten beiden Versuche erfolgreich seien, könne das CNES bei den restlichen zwei Starts eigene Satelliten starten.

Die Entwicklung der Diamant-Rakete und der Satelliten der A1-Serie lag bei der Société pour l’étude et la réalisation d’engins balistiques (SEREB), die Produktion bei der Firma Matra. Das CNES machte 1965 einen Vorstoß und versuchte, beim ersten Start der Diamant einen CNES-Satelliten der Serie D1 als Nutzlast zu verwenden, der auch wissenschaftliche Funktionen hatte. Um jedoch das Risiko zu verringern, einen D1-Satelliten zu verlieren, wurde am 19. Juli 1965 entschieden, beim Erststart der Diamant einen Satelliten der einfacheren A1-Serie zu verwenden.

Satellitennutzung – Wresat

 

Wresat (Abkürzung für: Weapons Research Establishment Satellite) ist die Bezeichnung des ersten australischen Satelliten. Er wurde am 29. November 1967 mit einer modifizierten amerikanischen Rakete vom Typ Redstone vom Weltraumbahnhof Woomera gestartet.

Wresat wog 45 Kilogramm und hatte die Form eines Kegels mit einer Länge von 1,59 Metern und einem Basisdurchmesser von 0,76 Metern. Er blieb mit der dritten Raketenstufe verbunden und besaß mit ihr eine Gesamtlänge von 2,17 Metern. Wresat umkreiste die Erde auf einer fast polaren Bahn, bis er nach 642 Erdumläufen am 10. Januar 1968 über den Atlantik in der Erdatmosphäre verglühte. Der batteriebetriebene Satellit sendete während 73 Erdumkreisungen Daten.

Satellitennutzung – Osumi

 

Ōsumi ist die Bezeichnung des ersten japanischen Satelliten. Der Osumi wurde am 11. Februar 1970 mit einer Lambda 4-Rakete vom Kagoshima Space Center gestartet. Der Ōsumi-Satellit wog 12 kg. Die Bahnneigung betrug 31 Grad, das Perigäum 350 km und das Apogäum 5140 km. Nur wenige Stunden nach dem Start stellte der Satellit den Sendebetrieb ein.

Mit diesem Start wurde Japan die vierte Nation, die einen Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete ins All beförderte.

Satellitennutzung – Dong Fang Hong I

 

Dong Fang Hong I, auch bekannt als „China 1“, war der erste erfolgreiche chinesische Satellit, der am 24. April 1970 mit einer Trägerrakete des Typs „CZ-1“ (Chang Zheng 1) gestartet wurde. Er war Teil des so genannten „Dong Fang Hong“-Satellitenprogramms. Mit seinen 173 Kilogramm war er im Vergleich zu den ersten Satelliten anderer Nationen relativ schwer. Die Bahnhöhe betrug 439×2384 Kilometer, die Bahnneigung 68,5°. Der Satellit hatte einen Radiosender, der permanent die Hymne auf Mao Zedong „Der Osten ist rot“ ausstrahlte.

Durch diesen erfolgreichen Satellitenstart wurde die Volksrepublik China die fünfte Macht, die einen eigenen Satelliten mit einer eigenen Rakete in die Umlaufbahn bringen konnte. Propagandistisch erlitt Peking jedoch einen empfindlichen Rückschlag durch den vorhergehenden Erfolg, den Japan am 11. Februar 1970 mit dem Mikrosatelliten Ōsumi (12 kg) verbuchen konnte.

Satellitennutzung – Aryabhata

 

Aryabhata war der erste indische Erdsatellit. Er wurde nach dem bedeutenden indischer Mathematiker und Astronom Aryabhata benannt und am 19. April 1975 mit der sowjetischen Trägerrakete Kosmos 3M gestartet. Der Satellit untersuchte die stellare und solare Röntgenstrahlung, die Gamma- und Neutronenstrahlung der Sonne und die Teilchenstrahlung in der Ionosphäre.

Satellitennutzung – Magion 1

 

Magion 1 war der erste Forschungssatellit der Tschechoslowakei. Er wurde am 24. Oktober 1978 zusammen mit dem Forschungssatelliten Interkosmos 18, mit dem er bis zum 14. November verbunden war, gestartet. Magion hatte die Form eines flachen Quaders, eine Grundkantenlänge von 30 cm und wog 15 kg. Er diente der Untersuchung der Magneto- und der Ionosphäre. Aus den Anfangsbuchstaben wurde der Name zusammengesetzt.

Satellitennutzung – Ofeq

 

Ofeq  ist die Bezeichnung einer israelischen Satellitenserie. Alle Flugkörper wurden mit Shavit-Raketen vom Raketenstartplatz Palmachim aus in retrograde Umlaufbahnen gestartet. Diese kosten mehr Treibstoff, bieten allerdings den lokalen Vorteil, dass ausgebrannte Raketenstufen ins Mittelmeer anstatt auf bewohnte Gebiete fallen.

Ofeq 1, der am 19. September 1988 gestartet wurde, besaß ein Gewicht von 155 Kilogramm und umkreiste die Erde auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 249 Kilometern und einem Apogäum von 1149 Kilometern auf einer um 142,9 Grad geneigten Bahn. Er führte hauptsächlich Solarzellen- und Funkübertragungstests durch.

Der am 3. April 1990 gestartete Ofeq 2 umkreiste die Erde auf einer um 143,2 Grad geneigten Bahn mit einem Perigäum von 149 Kilometern und einem Apogäum von 251 Kilometern. Ofeq 2 führte Kommunikationstests durch.

Ein weiterer Satellit der Ofeq-Serie, der am 15. September 1994 gestartet wurde, dürfte ein Fehlschlag gewesen sein.

Die Satelliten ab Ofeq 3 (Start: 5. April 1995) waren alle Aufklärungssatelliten.

Ofeq 4 wurde am 22. Januar 1998 gestartet, gelangte jedoch nicht in eine Erdumlaufbahn.

Am 28. Mai 2002 startete Ofeq 5, ein Aufklärungssatellit mit einer Shavit-Rakete von Palmachim. Der 300 Kilogramm schwere Ofeq 5 umrundet die Erde auf einer um 143,5 Grad geneigten Bahn mit einem Perigäum von 262 Kilometern und einem Apogäum von 774 Kilometern, deren Perigäum im Verlauf der Mission auf 369 Kilometer angehoben und dessen Apogäum auf 771 Kilometer abgesenkt wurde.

Am 6. September 2004 schlug der Start des Aufklärungssatelliten Ofeq 6 fehl.

Ofeq 7 wurde am 10. Juni 2007 mit einer Shavit-2-Rakete von Palmachim aus gestartet. Er wiegt 300 kg und soll aus 600 Kilometern Höhe Bilder mit einer Auflösung von 0,7 m von der Erde machen.

Ofeq 8 wurde am 21. Januar 2008 mit einer indischen PSLV gestartet.

Ofeq 9 wurde am 22. Juni 2010 gestartet. Das Perigäum der Umlaufbahn beträgt etwa 320 Kilometer und das Apogäum 580 Kilometer bei einer Bahnneigung von 141,8°. Der 300 kg schwere und 2,1 m hohe Satellit soll optische Aufklärung im Bereich zwischen 40° Nord und 40° Süd betreiben und liefert aus 500 km Höhe Bilder mit einer Auflösung von mindestens 70 cm.

Ofeq 10 startete am 9. April 2014. Es handelt sich dabei um einen Radarsatelliten.

Satellitennutzung – Thor 1

 

Thor 1 (früher: Marcopolo 2 oder BSB-R2) ist ein ehemaliger Fernsehsatellit, der von British Satellite Broadcasting (BSB) und Telenor betrieben wurde.

Marcopolo 2 wurde am 17. August 1990 gestartet, knapp ein Jahr nach dem Schwestersatellit Marcopolo 1. Er wurde nach Tests auf ♁31° West mit Marcopolo 1 co-positioniert. Beide Satelliten strahlten zusammen auf den fünf Kanälen 4, 8, 12, 16 und 20 Fernsehprogramme in der Fernsehnorm D-MAC aus, die mit 35-cm-Antennen auf den britischen Inseln empfangen werden konnten. Daneben vermarktete ein Schwesterunternehmen von BSB die vom Fernsehprogramm bei D-MAC nicht genutzte Bandbreite für Datenübertragungen.

BSB wurde Ende 1991 vom Konkurrenten Sky Television übernommen. Marcopolo 2 stellte Anfang 1992 die Sendung ein. Er wurde im Juli 1992 an den norwegischen Betreiber Telenor verkauft und auf ♁0,8° West als Thor 1 positioniert, wo er bis Januar 2002 arbeitete. Im November 2002 wurde er auf ♁7,4° West verschoben, wo er digitale Testsendungen übertrug, bevor er im Januar 2003 in den Friedhofsorbit gebracht wurde.

Satellitennutzung – KITSAT 1

 

KITSAT 1 (auch OSCAR 23 oder KitSAT A) ist ein südkoreanischer Technologieerprobungs- und Erdbeobachtungssatellit. Er war der erste südkoreanische Satellit überhaupt und wurde am Korea Advanced Institute of Science and Technology gebaut. Er wurde am 10. August 1992 als Sekundärnutzlast mit einer Ariane-42P-H10-Rakete vom Centre Spatial Guyanais gestartet. Nach dem erfolgreichen Start erhielt der Satellit zusätzlich die OSCAR-Nummer 23 zugewiesen.

Satellitennutzung – PoSAT-1

 

PoSAT-1 (auch OSCAR 28) ist der erste portugiesische Satellit. Es handelt sich um einen Technologieerprobungs-,Erdbeobachtungs- und Amateurfunksatelliten.

Er wurde am 26. September 1993 zusammen mit den Satelliten SPOT 3, Stella, Healthsat 2, Eyesat, ITAMSAT und KITSAT 2mit einer Ariane-40-H-10-Trägerrakete vom Kourou Space Center in Französisch-Guayana in die Umlaufbahn gebracht und etwa 20 Minuten nach dem Start in einer Höhe von 807 Kilometern von der Trägerrakete getrennt.

Satellitennutzung – Nilesat 101

 

Nilesat 101 ist ein Fernsehsatellit der 1996 gegründeten Egyptian Satellite Co. (Nilesat). Er wurde 1998 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All befördert.

Der Satellit kann in Nordafrika und Südeuropa empfangen werden, in Deutschland ab ca. 90 cm (vertikale Ebene, horizontal polarisierte Transponder benötigen 110 bis 150 cm). Die Übertragung erfolgt im Ku-Band.

Satellitennutzung – Ørsted 

 

Ørsted ist ein Erdbeobachtungssatellit. Es handelt sich um den ersten Satelliten Dänemarks.

Der Satellit des Danmarks Meteorologiske Institut wurde am 23. Februar 1999 auf der Vandenberg Air Force Base gestartet, zusammen mit dem Satelliten ARGOS der US Air Force und dem südafrikanischen Mikrosatelliten SUNSAT.

Ørsted diente der Vermessung des Erdmagnetfeldes und ist nach dem dänischen Physiker Hans Christian Ørsted (1777–1851) benannt, dem Entdecker des Elektromagnetismus.