Sojus Rakete in Kourou

 

 

 

 

 

Sojus Kourou – Nutzung Startrampe ELS

auf dem europäischen Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais

 

Ende 2004 einigten sich die ESA und die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos darauf, ab 2009 Sojus-Raketen von der neuzubauenden Startrampe ELS auf dem europäischen Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais bei Kourou in Französisch-Guayana zu starten.

Dabei soll Sojus-2 mit einer größeren Nutzlastverkleidung (ST-Typ) unter dem Namen Sojus-ST kleinere Nutzlasten, für die die Ariane 5 zu groß ist, ins All befördern. Sowohl Sojus-2.1a- als auch Sojus-2.1b-Versionen sollen dabei verwendet werden.

Die Rakete selbst wurde für den Einsatz in Kourou leicht modifiziert. So soll die Sojus mit einem bei Alcatel Alenia Space gebauten Sicherheitssystem ausgestattet werden, welches die Triebwerke der Rakete bei einem Notfall von der Erde aus abschalten kann.

 

Sojus Kourou – Startanlage in Französisch-Guayana

 

Weiterhin wurden die vier Booster mit Flutventilen versehen, damit sie nach der Abtrennung schnell im Meer versinken. Zudem wurden Radarsensoren zur Flugbahnkontrolle eingebaut. Die Bauarbeiten an der neuen Sojus-Startanlage in Kourou konnten jedoch nicht zum ursprünglichen Termin gestartet werden und wurden bis Mitte 2011 abgeschlossen, wobei die ESA die meisten Kosten des Baus trägt, die mit 344 Millionen € angegeben werden.

Die Grundsteinlegung der Baustelle erfolgte am 26. Februar 2007. Dabei wurde eine Tafel enthüllt sowie ein etwa 20 kg schwerer Stein aus der Startrampe in Baikonur eingemauert, von der aus Juri Gagarin im April 1961 als erster Mensch ins All aufbrach. Der erste Start einer Sojus in Kourou wurde Ende 2006 noch für Mai 2009 angesetzt.

Wegen technischer Probleme erfolgte der Erststart erst am 21. Oktober 2011. Mit dem Dienstantritt der kleineren Vega-Rakete Mitte 2012 kann Arianespace in Kourou Startdienste in allen Nutzlastkategorien anbieten: für leichte Nutzlasten die Vega, für mittelschwere Sojus-ST und für schwere Ariane 5.

Da Kourou viel näher am Äquator als Baikonur liegt, ist es energetisch günstiger, von dort geostationäre Satelliten zu starten, so dass eine Sojus in Kourou über eine höhere Nutzlastkapazität als in Baikonur oder Plessezk verfügt.

Die Nutzlastkapazität der Sojus-ST wird mit 2.720 kg für einen Geotransferorbit, 1.360 kg für einen geostationären Orbit und 4.350 kg für einen sonnensynchronen Orbitangegeben.

Bei ihrem Erststart am 21. Oktober 2011 brachte eine Sojus-ST die ersten beiden Satelliten des Satellitennavigationssystems Galileo in eine Umlaufbahn.

Anmerkungen

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