Sojus MS

 

 

Einbau digitale

 

Steuerungssysteme

 

 

Sojus MS – Einbau digitale Steuerungssysteme

 

Im Juli 2016 kam mit Sojus MS 01 das erste der weiterentwickelten Sojus MS Raumschiffe zum Einsatz. Sie enthalten folgende Verbesserungen:

  • Effizientere Solarzellenpaneele
  • Verstärkter Mikrometeoritenschutz
  • Modifizierte Anordnung der Lageregelungs- und Annäherungstriebwerke mit höherer Fehlertoleranz
  • Neues Annäherungssystem (Kurs-NA)
  • Verbessertes Kommunikationssystem
  • Neues, leistungsfähigeres und leichteres Computersystem
  • Einheitliches digitales Telemetriesystem mit der Möglichkeit einer Satellitenverbindung (via Lutsch)
  • Verwendung von GloNaSS- und GPS-Signalen für Navigationszwecke
  • Auf drei bis vier Erdumläufe verkürzter Anflug auf Raumstationen
  • Kamerasystem anstelle eines optischen Visiers
  • Integrierte COSPAS/SARSAT-Sender für eventuelle Such- und Rettungsaktionen bei Landung in unwegsamem Gelände

Die Modifikationen wurden bereits seit 2011 bei zurückliegenden Progress- und Sojus-Missionen erprobt. Zusätzlich erlauben die Veränderungen und die Verwendung der Trägerrakete Sojus 2 eine höhere Nutzlast.

 

Progress

 

Um Raumstationen mit Fracht und Treibstoff zu versorgen, waren die Kapazitäten der bemannten Sojus-Raumschiffe nicht ausreichend, daher wurde Mitte der 1970er-Jahre die Progress entwickelt, eine unbemannte Frachtvariante der Sojus 7K-T. Der erste Start erfolgte am 20. Januar 1978 zur Raumstation Saljut 6.

In den 1980ern wurde mit Progress M dann eine neue Variante des Frachtschiffs eingesetzt, diese basierte nun auf dem Sojus-T-Raumschiff. Sie wurde zum ersten Mal 1989 zur Mir gestartet. Später wurde die Progress M auch zur ISS eingesetzt.

2000 folgte mit Progress M1 eine weitere Modifikation des Schiffs, diesmal wurde die Treibstoffladekapazität des Frachters erhöht. Seit 2008 wird die ISS vom Nachfolgemodell Progress-M-M versorgt, Progress-M1 können noch bei Bedarf eingesetzt werden.

 

Zukunftspläne von Sojus MS

 

Bis 2009 (bis Sojus TMA-16) wurden für etwa 20 Millionen Dollar einwöchige Flüge zur ISS für Touristen angeboten. Ab 2015 will RKK Energija in Kooperation mit Space Adventures Flüge um den Mond mit einem modifizierten Sojus-Raumschiff für etwa 100 Millionen US-Dollar anbieten.

Dabei sollen zusätzliche Beschleunigungsstufen mit Proton-Raketen in die Erdumlaufbahn gestartet werden, die an die Sojus andocken und das Raumschiff auf die Reise um den Mond befördern könnten. Die Besatzung soll aus einem professionellen russischen Kosmonauten und zwei Touristen bestehen; der Flug eines einzelnen Touristen wäre laut RKK Energija nicht profitabel.

Als Nachfolger des Sojus-Raumschiffs wurde Anfang 2004 der Kliper angekündigt, der Jungfernflug sollte etwa 2012 stattfinden, volle Einsatzbereitschaft wäre 2015 zu erwarten gewesen. 2006 gab RKK Energija bekannt, man wolle Kliper in drei Schritten entwickeln, wobei der erste Schritt die Modernisierung des Sojus-Raumschiffes bis 2010 darstelle. Weiterhin soll es der verbesserten Sojus möglich sein, Mondumkreisungen durchzuführen Nach der Übernahme von RKK Energija durch Roskosmos wurde das Projekt im Juli 2007 eingestellt.

Außerdem gab es im Rahmen des ACTS-Programms – initiiert von Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und Roskosmos – gemeinsame Studien zur Entwicklung eines bemannten Raumschiffs nächster Generation. Dabei sollte die Technik des Sojus-Raumschiffs intensiv genutzt werden. Da man keine Einigung über die von beiden Partnern einzubringenden Teile erzielen konnte, wurde das Projekt eingestellt.

An seiner Stelle entwickelt Energija im Auftrag von Roskosmos seit 2009 PTK-NP als Nachfolgesystem. Dieses soll etwa 2020 zur Verfügung stehen.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: NASA/Alexander Vysotsky 

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