Sojus TM

 

 

 

Modifikation

 

von Sojus-T-Raumschiff 

 

 

Sojus TM – Modifikation von Sojus-T-Raumschiff

 

Für die sich in Planung befindende Raumstation Mir entwickelte man seit Anfang der 1980er-Jahre eine Modifikation des Sojus-T-Raumschiffs mit der Bezeichnung Sojus TM (TM steht für für Transportzwecke, modifiziert). Diese Modifikation behielt sowohl die interne Bezeichnung 7K-ST als auch den GRAU-Index 11F732 des Vorgängers.

Die wichtigsten Neuerungen waren: Annäherungssystem Kurs (Ersatz für Igla), neues Antriebssystem, leichtere Fallschirmsysteme und verbesserte Landetriebwerke sowie ein neuer Rettungsturm für die Trägerrakete. Die Flugdauer im Verbund mit einer Raumstation blieb wie bei Sojus T bei 180 Tagen.

Der erste Einsatz des neuen Raumschiffs fand unbemannt am 21. Mai 1986 als Sojus TM-1 statt. Am 6. Februar 1987 folgte mit Sojus TM-2 ein bemannter Flug zur Raumstation Mir.

Sojus TM - An Raumstation MIR angedockt

Seitdem brachten Sojus-TM-Raumschiffe regelmäßig Besatzungen zur Mir sowie später zur ISS, bevor sie 2002 durch Sojus TMA abgelöst wurden.

Als Trägerrakete fand bis einschließlich Sojus TM-22 die geringfügig stärkere Sojus-U2 Verwendung, die mit einer speziellen synthetisch hergestellten Sorte von Kerosin (Sintin, vgl. den Artikel zu RP-1) betrieben wurde.

Da jedoch zur Herstellung von Sintin die älteren Produktionsanlagen modifiziert werden mussten und somit der Preis des Treibstoffs gestiegen wäre, wurde die Produktion der Sojus-U2 Mitte der 1990er-Jahre eingestellt und die späteren Sojus-TM-Raumschiffe stiegen wieder auf die Sojus-U um.

Besondere Mission der Sojus TM Reihe

 

Eine besondere Mission der Sojus-TM-Reihe stellte Sojus TM 16 (Start am 24. Januar 1993) dar. Dieser Flug war seit 1976 die erste und bis jetzt die einzige Sojus-Mission mit einem anderen Kopplungssystem. Es wurde der androgyne APAS-89-Kopplungsstutzen (89 steht für das Entwicklungsjahr) verwendet, der eine Weiterentwicklung der APAS-75-Andockvorrichtung des Apollo-Sojus-Projekts darstellte.

Das neue Kopplungssystem wurde entwickelt, um das Andocken der Buran-Raumfähre an die Raumstation Mir zu ermöglichen. Dazu verfügte die Mir am „Kristall“-Modul über zwei APAS-89-Stutzen. Gleichzeitig sollten spezielle Sojus-Raumschiffe mit diesem Kopplungssystem ausgestattet werden, um bei bemannten Testmissionen der Buran als Rettungssystem zu dienen.

Eine solche Sojus würde in Einsatzbereitschaft auf der Erde warten und bei einem Notfall mit einem Mann Besatzung starten, an der Buran andocken, die beiden Testpiloten der Raumfähre abholen und sie sicher zur Erde bzw. zur Mir bringen.

Nachdem das Buran-Programm 1992 aus finanziellen Gründen gestoppt worden war, wurde das einzige bereits gebaute Raumschiff für den Transport einer Stammbesatzung zur Mir verwendet.

Das APAS-89-Kopplungssystem fand später Verwendung beim Shuttle-Mir-Programm in einigen Modulen der ISS und dem Andocksystem des Space Shuttles, mit dem die Raumfähre an die ISS anlegt.

Die Technik des Sojus-TM-Raumschiffs diente der Volksrepublik China als Vorlage zum Bau ihres eigenen bemannten Raumschiffs Shenzhou („Gottesschiff“), welches jedoch größere Abmessungen besitzt und bis zu vier Personen befördern können soll. Am 19. November 1999 führte China den ersten unbemannten Test des Raumschiffs durch (Shenzhou 1), dem am 15. Oktober 2003 mit Shenzhou 5 ein bemannter Start folgte.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia

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