Wohnmodule und Arbeitsmodule

 

 

 

 

 

der Raumstation ISS

 

 

Wohnmodule und Arbeitsmodule der Raumstation ISS

 

Grundsätzlich unterscheidet man unter Druck stehende und nicht unter Druck stehende Module. Sämtliche Module, die von den Astronauten zum Wohnen, Schlafen und zur Arbeit benutzt werden, stehen unter Druck, da Menschen im Vakuum nicht überleben können.

Das Lebenserhaltungssystem an Bord sorgt für eine Atmosphäre, die der irdischen entspricht (21 Prozent Sauerstoff, 78 Prozent Stickstoff, 1014 Hektopascal Druck). Zu den unter Druck stehenden Modulen zählen zum Beispiel das US-amerikanische Destiny-Labor oder das russische Modul Sarja. Solarzellen oder Gitterstrukturen stehen nicht unter Druck.

 

Wohnmodule und Arbeitsmodule

 

Sarja

Sarja war das erste Modul der ISS. Es wurde von Russland gebaut und gestartet, aber von der NASA finanziert. In der ersten Ausbaustufe stellte es Strom sowie die Möglichkeiten zur Navigation zur Verfügung. Heute wird es als Frachtmodul für die Zwischenlagerung von Ausrüstungsteilen verwendet. Seit August 2012 dient der kugelförmige Kopplungsknoten Sarjas als Stützpunkt für den russischen Kran Strela-2.

 

Unity

Der Unity-Verbindungsknoten (Node 1) verbindet den russischen Teil über einen Adapter mit dem Rest der Station und verfügt über insgesamt sechs Kopplungsstutzen. Teilweise wird der Knoten auch als Stauraum für Nahrungsmittel genutzt, wenn kurz nach der Ankunft von Progress-Frachtern im Sarja-Modul nicht ausreichend Platz ist.

 

Swesda

Swesda ist das russische Wohn- und Servicemodul der Station. Es beinhaltet Steuereinrichtungen, Lebenserhaltungssysteme, hygienische Einrichtungen, Küche, Trainingsgeräte und mehrere Wohnkabinen. Am hinteren Kopplungsstutzen von Swesda docken Sojus-Raumschiffe und Progress-Frachter, sowie auch das europäische ATV an.

 

Destiny

Das Destiny-Modul ist das US-amerikanische Labormodul der ISS. Es bietet insgesamt Platz für 24 Racks, die für Experimente, Steuerungseinheiten oder als Stauraum genutzt werden können. Im Labor werden Experimente auf den Gebieten Mikrogravitation, Lebenswissenschaften, Biologie, Ökologie, Erderkundung, Weltraumforschung und Technologie durchgeführt.

 

Quest

Quest ist die US-amerikanische Luftschleuse der ISS. Sie ermöglicht das Verlassen der Station in US-amerikanischen Raumanzügen für Wartungs- und Reparaturarbeiten außerhalb der ISS. In der Luftschleuse werden auch die US-amerikanischen Raumanzüge sowie Werkzeuge für den Außenbordeinsatz gelagert.

 

Pirs

Pirs ist die russische Luftschleuse. Sie wird für Ausstiege in russischen Orlan-Anzügen benutzt. Im Gegensatz zu Quest kann Pirs jedoch auch als Kopplungsadapter für anfliegende Sojus-Raumschiffe oder Progress-Frachter genutzt werden.

 

Harmony

Harmony (Node 2)  ist ein Verbindungsknoten, der am Destiny-Modul angedockt ist. Er bietet weitere Anschlussmöglichkeiten für das Kibō-Modul, das Columbus-Modul sowie für MPLM-Module bzw. HTV-Transporter. Es verfügt über acht Racks, die zur Versorgung der Station mit Luft, Elektrizität und Wasser dienen sowie andere lebensnotwendige Systeme enthalten oder als Stauraum fungieren.

 

Columbus

Columbus ist das europäische Labormodul der ISS. Es enthält Platz für insgesamt zehn Racks, die unter anderem für Experimente der Material- und Biowissenschaften sowie der Flüssigkeitsforschung genutzt werden sollen.

 

Kibō

Der japanische Beitrag zur ISS heißt Kibō. Das System besteht aus vier Modulen, die mit den Missionen STS-123, STS-124 und STS-127 ins All gebracht wurden.

 

  • Das Experiment Logistics Module (ELM) steht unter Druck und ist am Zenitpunkt von Kibō angekoppelt. Es kann jedoch mit Fracht gefüllt werden und wie ein MPLM mit dem Space Shuttle zur Erde gebracht werden, wurde aber für den ständigen Aufenthalt im All an Kibō konzipiert.
Wohnmodule - Japanese_Experiment_Module_Kibo
  • Das Pressurized Module (PM); das unter Druck stehende Hauptmodul ist etwa so groß wie das US-amerikanische Destiny-Labor – es wiegt insgesamt knapp 16 Tonnen. Am Ende des Moduls befindet sich eine kleine Druckluke, um Experimente von der Plattform zu bergen oder dort anzubringen.
  • Das Remote Manipulator System (JEMRMS) ist der zehn Meter lange Roboterarm, mit dem Experimente auf die Plattform gebracht werden können oder von dort geborgen werden. Er besteht aus einem Hauptarm für größere Massen und einem Spezialarm, der am großen Arm angedockt werden kann. Der Spezialarm kann nur kleine Massen bewegen, dies dafür aber mit einer sehr hohen Genauigkeit.
  • Das Exposed Facility (EF)

 

Poisk

Im November 2009 wurde das russische Kopplungsmodul Poisk (kurz MIM 2 oder MRM-2) mit einer Sojus-Rakete zur ISS gebracht. Poisk ist nahezu baugleich mit der Luftschleuse Pirs und wird diese ergänzen und voraussichtlich ab 2014 ersetzen. Zusätzlich wird Poisk auch für externe wissenschaftliche Experimente verwendet. Das Modul ist am Zenitdockingport von Swesda angekoppelt. Seit Februar 2012 ist Poisk der Stützpunkt für den russischen Kran Strela-1.

 

Tranquility

Tranquility ist ein Verbindungsknoten, der am Unity-Verbindungsknoten angedockt ist. Er enthält Systeme zur Wasser- und Luftaufbereitung, zusätzlichen Stauraum sowie Koppelungsstutzen zum Andocken von weiteren Modulen. Tranquility wurde zusammen mit der Aussichtsplattform Cupola im Februar 2010 mit der Shuttle-Mission STS-130 zur ISS gebracht.

Cupola

Cupola ist ein mehrteiliges Aussichtsfenster mit einem Durchmesser von knapp 3 Metern und einer Höhe von 1,5 Metern.

Cupola hat 6 große seitliche Fenster sowie ein großes Mittelfenster mit 80 Zentimetern Durchmesser.

Cupola wurde im Februar 2010 zur ISS gebracht und am Nadir-Dockingport Tranquilitys befestigt.

Wohnmodule - ISS-27 Kuppelmodul

Rasswet

Rasswet wurde im Mai 2010 mit der Shuttle-Mission STS-132 zur ISS gebracht und an das Sarja-Modul angedockt. Dort stellt es einen Andockplatz für Sojus- und Progress-Schiffe bereit, um die seit 2009 steigende Anzahl dieser Schiffe bedienen zu können.

 

Permanent Multipurpose Module

(PMM)Mit der Mission STS-133 wurde im Februar 2011 neben ELC-4 das modifizierte MPLM Leonardo zur ISS gebracht und bleibt nun dauerhaft an der ISS.

 

BEAM

Die NASA und die Firma Bigelow Aerospace vereinbarten Bau und Test des aufblasbaren Testmoduls BEAM (Bigelow Expandable Activity Module) für die Internationale Raumstation. Das Modul mit etwa 16 m³ Rauminhalt (im verpackten Zustand 3,6 m³) wurde am 8. April 2016 mit der Mission CRS-8 im drucklosen Teil des Dragon-Raumfrachters zur ISS gestartet.

Es wurde am 16. April 2016 mit dem Greifarm an den Aft-Port des Tranquility-Modul angedockt. Am 28. Mai 2016 wurde, nach einem Fehlversuch einen Tag zuvor, erneut damit begonnen das Modul aufzublasen. Das Modul erreichte um 20:10 UTC seine volle Größe. Etwa zehn Minuten später wurde der Druck in dem Modul erhöht, dem der Station angeglichen und soll für die nächsten zwei Jahre gehalten werden, um das Modul auf seine Eignung zu testen.

Anmerkungen

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: NASA ,  Penyulap NASA/Cady Coleman 

Lizenzbestimmungen Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (abgekürzt)