Woschod Raumfahrtprogramm

 

 

Woschod – Sowjetisches Raumfahrtprogramm

 

Woschod ist die Bezeichnung eines sowjetischen Raumfahrtprogramm. Es wurden zwei bemannte Flüge durchgeführt, davor jeweils ein unbemannter Testflug mit einem Raumschiff der gleichen Konfiguration. Ein bemannter Langzeitflug mit Woschod 3, für den Kosmos 110 als Testflug durchgeführt wurde, war zwar geplant, wurde jedoch immer wieder verschoben, ohne jemals abgesagt zu werden. Schließlich wurden alle Kräfte auf das neue Sojusprogramm konzentriert.

 

Kosmos 47

 

Kosmos 47 ist die Tarnbezeichnung für einen unbemannten Flug des sowjetischen Raumschiffs Woschod, die im Oktober 1964 Tests zur Vorbereitung des Fluges von Woschod 1 in der Erdumlaufbahn durchführte. Es war in der Sowjetunion üblich, nur erfolgreichen Missionen einen offiziellen Namen zu geben. Fehlgeschlagene Flüge wurden meistens gar nicht und Testflüge lediglich unter der allgemeinen Tarnbezeichnung Kosmos bekanntgegeben.

Der Start erfolgte am 6. Oktober um 07:12 Uhr UT vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur an Bord einer Woschod-Rakete. Im All erfolgte ein 24-stündiger Test aller Systeme. Die Landung erfolgte am 7. Oktober 1964 um 07:30 UT.

 

Kosmos 57

 

Kosmos 57 ist die Tarnbezeichnung für eine unbemannte Mission des sowjetischen Raumschiffs Woschod, die im Februar 1965 Tests zur Vorbereitung des Fluges von Woschod 2 in der Erdumlaufbahn durchführte. Es war in der Sowjetunion üblich, nur erfolgreichen Missionen einen offiziellen Namen zu geben. Fehlgeschlagene Flüge wurden meistens gar nicht und Testflüge lediglich unter der allgemeinen Tarnbezeichnung Kosmos bekanntgegeben.

 

Flugablauf

Der Start erfolgte am 22. Februar um 07:12 Uhr UT vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur an Bord einer Woschod-Rakete.

Das modifizierte Raumschiff vom Typ Woschod 3KD bot nur zwei Kosmonauten Platz. Wo bei Woschod 3KV noch ein dritter Kosmonaut sitzen konnte, war nun eine aufblasbare Luftschleuse angebracht, die verpackt einen Durchmesser von 70 cm und eine Länge von 77 cm hatte. Im All konnte sich die Schleuse nach außen entfalten und war dann 2,5 m lang, mit einem Außendurchmesser von 1,2 m und einem Innendurchmesser von 1,0 m. Die Schleuse wog etwa 250 kg.

In der Erdumlaufbahn entfaltete sich die externe Luftschleuse wie geplant, was von der Bodenstation sogar per Fernsehbild beobachtet werden konnte. Irrtümlicherweise sendeten zwei Bodenstationen gleichzeitig Funkbefehle. Der Empfänger im Raumschiff interpretierte dies fehlerhaft als Kommando, die Bremsraketen zu zünden, um die Landung einzuleiten. Da aber das Raumschiff nicht korrekt ausgerichtet war, blieb es offenbar in der Erdumlaufbahn, wurde jedoch in eine schnelle Rotation versetzt. Der Selbstzerstörungsmechanismus löste aus, und Kosmos 57 explodierte nur knapp drei Stunden nach dem Start.

Dennoch wurde der bemannte Start auf nicht einmal einen Monat später angesetzt.

 

Kosmos 110

 

Kosmos 110 ist die Tarnbezeichnung für einen unbemannten Flug des sowjetischen Raumschiffs Woschod, die im Februar 1966 Tests zur Vorbereitung des Fluges von Woschod 3 in der Erdumlaufbahn durchführte. Es war in der Sowjetunion üblich, nur erfolgreichen Missionen einen offiziellen Namen zu geben. Fehlgeschlagene Flüge wurden meistens gar nicht und Testflüge lediglich unter der allgemeinen Tarnbezeichnung Kosmos bekannt gegeben.

Der Start erfolgte am 22. Februar 1966 um 20:09 Uhr UT vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur an Bord einer Woschod-Rakete. Im Raumschiff befanden sich die beiden Hunde Weterok und Ugoljok. Der Flug diente der Vorbereitung des Fluges von Woschod 3, der jedoch abgesetzt wurde. Die Woschod-Rückkehrkapsel landete am 16. März 1966 sicher auf der Erde.

 

Raumschiff Woschod 1

 

Woschod 1 war ein sowjetischer bemannter Raumflug. Zum ersten Mal weltweit wurde ein mehrsitziges Raumschiff in eine Erdumlaufbahn gebracht, und zum ersten Mal befanden sich unter den Raumfahrern Wissenschaftsastronauten.

 

Vorbereitung

Nachdem im Juni 1963 mit Wostok 5 und Wostok 6 ein erfolgreicher Gruppenflug durchgeführt wurde, der einerseits einen neuen Dauerrekord und andererseits die erste Frau im All gebracht hatte, befand sich die sowjetische bemannte Raumfahrt in der Krise. Die Leistungsfähigkeit der Wostok-Raumschiffe war ausgereizt. Weitere spektakuläre Erstleistungen waren damit nicht mehr zu erwarten.

Die Amerikaner bereiteten das Gemini-Programm vor, deren steuerbare Zweimann-Raumschiffe auch für Kopplungen vorgesehen waren. Der erste unbemannte Testflug erfolgte im April 1964, der erste bemannte Start war für Anfang 1965 vorgesehen.

In dieser Phase entschied die sowjetische Führung, keine weiteren Wostokflüge mehr durchzuführen und stattdessen mit umgebauten Wostok-Raumschiffen mehrere Raumfahrer in die Erdumlaufbahn zu bringen. Dieser neue Raumschifftyp erhielt die Bezeichnung Woschod.

Ein unbemanntes Woschod-Raumschiff wurde unter der Tarnbezeichnung Kosmos 47 am 6. Oktober 1964 gestartet und nach 24 Stunden wieder zur Erde zurückgebracht. Dieser eine Test genügte, schon wenige Tage darauf einen bemannten Start mit drei Kosmonauten an Bord zu wagen.

 

Flugverlauf

Woschod 1 startete am 12. Oktober 1964 um 07:30 Uhr UT vom Startkomplex 1 in Baikonur und erreichte nach knapp neun Minuten die vorhergesehene Umlaufbahn. Während der zweiten Umkreisung sandte die Besatzung eine Grußbotschaft zu den Olympischen Spielen in Tokio, später wurden Fernsehbilder aus der Kommandokapsel übertragen. Aus Moskau sprach der Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow mit der Mannschaft.

Die Dauer dieses Raumfluges war mit 24 Stunden relativ kurz. Vielleicht war er nicht länger geplant, vielleicht wurde die Landung vorzeitig eingeleitet, sei es wegen der Raumkrankheit eines Kosmonauten, sei es aufgrund der politischen Situation in Moskau, wo Chruschtschow gerade entmachtet wurde.

Die Landung von Woschod 1 erfolgte am Folgetag um 07:47 Uhr UT. Der Landeplatz lag etwa bei 54°2′ Nord, 68°8′ Ost, etwa 300 km nordwestlich von Kustanai. Im Gegensatz zu den Wostok-Raumschiffen wurden die Kosmonauten nicht mit dem Schleudersitz herauskatapultiert, sondern landeten mit der Landekapsel. Hierzu wurde die Kapsel kurz vor der Landung mit speziellen Raketen abgebremst. Die drei Kosmonauten stiegen selbständig aus der gelandeten Kapsel und warteten auf die Bergungsmannschaften.

Die Mannschaft wurde in die nächstgelegene Großstadt Kustanai gebracht, doch der übliche Anruf von Chruschtschow blieb aus. Am Folgetag, dem 14. Oktober, kehrten die Kosmonauten nach Baikonur zurück, wo allmählich klar wurde, dass sich außergewöhnliche Vorkommnisse in Moskau abspielten. Der ursprünglich geplante Empfang auf dem Roten Platz wurde abgesagt, die Kosmonauten flogen am 19. Oktober 1964 nach Moskau, wo sie vom neuen Regierungschef Leonid Breschnew empfangen wurden.

 

Bedeutung für die Sowjetunion

Wie die Wostokflüge erregte auch Woschod 1 weltweites Aufsehen. Noch bevor die Amerikaner ein zweisitziges Raumschiff gestartet hatten, hatten die Sowjets ein dreisitziges in die Erdumlaufbahn gebracht. Die Tatsache, dass nur einer der drei Kosmonauten ein ausgebildeter Pilot war, und dass keine Raumanzüge verwendet wurden, ließ auf eine hohe Zuverlässigkeit der Woschod schließen.

Während sich die Entwicklung des Sojus-Raumschiffs weiter verzögerte, planten die Sowjets weitere Woschod-Flüge. Für Frühling 1965 war mit Woschod 2 ein Zweimann-Flug vorgesehen, bei dem ein Kosmonaut zum ersten Mal ein Raumschiff verlassen würde. Des Weiteren waren Langzeitflüge und Flüge mit weiblicher Besatzung vorgesehen.

 

Raumschiff Woschod 2

 

Woschod 2 war ein sowjetischer bemannter Raumflug im Rahmen des sehr kurzen Woschod-Programms. Zum ersten Mal verließ ein Raumfahrer die schützende Hülle seines Raumschiffes und schwebte frei im All (Außenbordeinsatz).

 

Raumschiff-Besatzung

Von den ursprünglich 20 Mitgliedern der ersten Kosmonautengruppe hatten nach Abschluss des Wostok-Programms fünf einen Raumflug absolviert. Einer war ums Leben gekommen, zwei weitere durch Unfälle oder aus anderen Gründen nicht mehr weltraumtauglich. Vier Piloten wurden aus disziplinarischen Gründen von der Ausbildung ausgeschlossen.

Damit blieben noch acht Kosmonauten, die auf ihren ersten Weltraumeinsatz warteten: Wladimir Komarow, Alexei Leonow, Boris Wolynow, Pawel Beljajew, Jewgeni Chrunow, Wiktor Gorbatko, Dimitri Saikin und Georgi Schonin, wobei die drei ersten bereits als Ersatzmann für einen Wostok-Flug eingeteilt waren.

Im Juli 1964 traf Nikolai Kamanin, der Leiter der Kosmonautenausbildung, die Entscheidung für die Mannschaftsauswahl: Beljajew und Gorbatko sollten als Kommandanten ausgebildet werden, Leonow und Chrunow für den Ausstieg. Später stieß Saikin zur Mannschaft und wurde ebenfalls für den Ausstieg ausgebildet.

Am 9. Februar 1965 wurde offiziell entschieden, dass Woschod 2 mit Beljajew und Leonow bemannt würde, mit Chrunow und Saikin als Ersatzmannschaft, wobei Chrunow sowohl Beljajew als auch Leonow ersetzen könnte. Gorbatko zählte ebenfalls noch als Ersatzmann.

 

Flugverlauf & Erster Weltraumausstieg

Woschod 2 startete am 18. März 1965 um 07:00 Uhr UT vom Raketenstartplatz in Baikonur.

Schon während der ersten Umkreisung wurde die aufblasbare Luftschleuse ausgefahren. Leonow zwängte sich in die kleine Schleuse, die daraufhin dekomprimiert wurde. Die Kabine mit Beljajew blieb unter Druck, was ihm die Möglichkeit nahm, seinem Kameraden im Notfall wirksame Hilfe leisten zu können. Gegen 08:30 Uhr UT begab sich Leonow ins All.

Kurz darauf befand sich Woschod 2 wieder im UKW-Empfangsbereich der sowjetischen Bodenstationen, so dass eine Fernsehkamera an der Außenseite von Woschod Bilder dieses historischen Moments zur Erde senden konnte.

Leonow befand sich etwa zehn bis zwanzig Minuten freischwebend neben dem Raumschiff. Als er sich wieder in die Schleuse begeben wollte, erwies sich dies schwieriger als gedacht, weil sein Raumanzug sich durch den fehlenden Gegendruck aufgebläht hatte und unbeweglich wurde. Erst mit einer Druckreduzierung und mit dem Kopf voran konnte er sich wieder in die Schleuse begeben. Danach wurde in der externen Schleuse der Druckausgleich zum Innendruck der Kabine durchgeführt.

Bei den Ausstiegen innerhalb des amerikanischen Gemini-Programms wurde immer die gesamte Kabine dekomprimiert, so dass zumindest theoretisch die Möglichkeit der Hilfeleistung durch den im Raumschiff verbliebenen Kommandanten für den im freien Raum befindlichen Raumfahrer bestand.

 

Probleme beim Weiterflug

Nachdem Leonow wieder an Bord war, wurde die innere Luke zur Schleuse geschlossen und die Schleuse abgesprengt. Während des Weiterfluges wurde festgestellt, dass der Druck in den Sauerstoffbehältern von Woschod 2 schneller sank als vorgesehen. Dies ließ auf eine Undichtheit der Kapsel an der inneren Luke schließen, da der Kabinendruck zwar vom Lebenserhaltungssystem weitgehend konstant gehalten wurde, der Sauerstoffpartialdruck aber immer weiter anstieg. Als der Druck in den Sauerstoffbehältern von ursprünglich 75 auf 25 bar abgesunken war, entschloss sich die Flugleitung zu einer vorzeitigen Rückführung.

 

Landung & Bergung des Raumschiffs

Während der 16. Umkreisung hätte das automatische Landesystem von der Bodenstation durch Funkbefehle programmiert werden sollen, was jedoch fehlschlug. Dadurch konnte die Landung nach der 17. Umkreisung nicht wie geplant durchgeführt werden. Aus den Umkreisungen 19 bis 21 wäre keine Landung innerhalb des vorgesehenen Gebietes möglich gewesen.

Daher erschien der Flugleitung wegen der Probleme mit der Kabinenatmosphäre ein erneuter Versuch einer automatisierten Landung als zu hohes Risiko und man ließ Beljajew die erste manuell gesteuerte Landung eines sowjetischen Raumschiffes durchführen. Beljajew erhielt die Anweisung, das Schiff manuell auszurichten und die Zündung von Hand vorzunehmen, was in der 18. Erdumkreisung gelang.

Die manuelle Zündung erfolgte jedoch 48 s zu spät. Nach dem Brennschluss trennte sich die Kapsel nicht vollständig vom Geräteteil. Dadurch taumelte das Raumschiff zu Beginn des Wiedereintritts heftig. Schließlich brannten die verbliebenen Verbindungen jedoch durch. Aufgrund der dadurch entstandenen Ungenauigkeiten wurde der anvisierte Landeplatz um etwa 2000 Kilometer überflogen. Statt in der Steppe von Kasachstan ging Woschod 2 im Ural-Gebirge nieder.

Das Raumschiff landete bei 59°34’N 55°28’O in einem tief verschneiten Nadelwald. Beljajew und Leonow konnten mit Morsezeichen über Kurzwelle der Bodenstation mitteilen, dass „alles normal“ sei. Etwa vier Stunden nach der Landung wurden sie von einem Suchhubschrauber gesichtet, etwa 30 Kilometer südwestlich von Beresniki. Der Hubschrauber konnte aufgrund des Geländes zwar nicht landen, doch zumindest warme Kleidung und Verpflegung für die Kosmonauten abwerfen.

Erst nach Einbruch der Dunkelheit konnte ein anderer Hubschrauber etwa 5 Kilometer von der Landekapsel entfernt landen, doch die Rettungsmannschaften konnten nicht zu Woschod 2 durchdringen. Zu dieser Zeit war die erfolgreiche Landung bereits im Rundfunk verkündet worden.

Am nächsten Morgen sprangen Rettungsmannschaften mit dem Fallschirm ab, benötigten aber bis Mittag, bis sie Beljajew und Leonow erreichten. Es erwies sich als zu riskant, die Kosmonauten mit einer Seilwinde zu einem Hubschrauber heraufzuhieven, und so musste eine weitere Nacht in der Taiga verbracht werden, inzwischen allerdings in der Gesellschaft der etwa 20 Personen der Bergungsmannschaft.

Inzwischen waren zwei Landestellen gerodet worden. Am nächsten Morgen fuhren Beljajew und Leonow mit Skiern zu der nächstgelegenen Lichtung und wurden dort an Bord eines Hubschraubers gehoben, der sie zur nächsten Landestelle brachte, wo sie in einen größeren Hubschrauber umstiegen. Auf dem Flugplatz von Perm, der nächsten größeren Stadt erreichte sie dann der Anruf von Parteichef Leonid Breschnew. Gegen Abend kamen die Kosmonauten in Baikonur an. Die Bergung hatte doppelt so lange gedauert wie der Raumflug.

 

Bedeutung für die sowjetische Raumfahrt

Wie schon Woschod 1 erregte auch Woschod 2 weltweites Aufsehen. Wieder einmal war der sowjetischen bemannten Raumfahrt eine beeindruckende Erstleistung gelungen. Es war aber noch nicht deutlich, dass es auf lange Zeit die letzte sein sollte. Vor der Öffentlichkeit wurden die teilweise sehr ernsten Probleme (Wiedereinstieg, Undichtheit der Kapsel, Landung) geheim gehalten. In allen drei Fällen war man knapp an einer Katastrophe vorbeigekommen.

Die Amerikaner starteten nur eine Woche später mit Gemini 3 den ersten bemannten Flug des Gemini-Programms. Kaum drei Monate später unternahm Edward White bei Gemini 4 ebenfalls einen Weltraumausstieg, und weitere zwei Monate später übernahm die USA mit Gemini 5 erstmals den Langzeitrekord für Raumflüge.

Bei den Sowjets wurde jedoch ein geplanter Dauerflug mit Woschod 3 immer wieder verschoben, und die Entwicklung des neuen Sojus-Raumschiffs verzögerte sich zusehends. Erst zwei Jahre nach Woschod 2 startete Sojus 1. Die geplante Kopplung im All mit Umstieg von Kosmonauten aus einem Raumschiff in ein anderes wurde jedoch abgesagt, und technische Probleme führten zum Absturz von Sojus 1 und dem Tod von Wladimir Komarow, was die bemannte sowjetische Raumfahrt weiter zurückwarf. Erst im Januar 1969 wurde bei Sojus 5 wieder ein sowjetischer Weltraumausstieg durchgeführt.

 

Raumschiff Woschod 3

 

Woschod 3 war die Bezeichnung für einen geplanten bemannten sowjetischen Weltraumflug, der immer wieder verschoben, aber nie abgesagt wurde.

Woschod 3 war für einen Langzeitflug geplant, der den bisherigen Rekord von Wostok 5 mit knapp fünf Tagen weiter in die Höhe treiben sollte. Dazu sollte das Woschod-Raumschiff so umgestaltet werden, dass sie Missionsdauern bis 15 Tagen ermöglichen könnte. Am 29. August 1965 holten die Amerikaner jedoch erstmals den Weltrekord: Gemini 5 blieb acht Tage in der Erdumlaufbahn.

Der Start von Woschod 3 war für Herbst 1965 geplant, verzögerte sich jedoch immer mehr. Ein Testraumschiff wurde am 22. Februar 1966 unter der Bezeichnung Kosmos 110 gestartet. Nach 22 Tagen landete die Rückkehrkapsel planmäßig. Die zwei Hunde an Bord hatten diesen Flug gut überstanden, obwohl die Umlaufbahn durch den Van-Allen-Gürtel führte.

 

Verzögerungen

Ein bemannter Flug verzögerte sich jedoch weiter, denn nun traten auch Probleme an der Trägerrakete auf. Inzwischen hatten die Amerikaner im Dezember 1965 mit Gemini 7 den Dauerrekord auf 14 Tage erhöht, mit Gemini 6 das erste bemannte Rendezvous und im März 1966 mit Gemini 8 die erste Kopplung in der Erdumlaufbahn durchgeführt.

Ein reiner Dauerflug, ohne Manövrier- und Kopplungsmöglichkeit erschien den Sowjets nicht spektakulär genug, so dass man die Kräfte lieber auf das neue Sojus-Raumschiff konzentrieren wollte, dessen Erstflug vielleicht sogar noch im Jahre 1966 möglich sein könnte.

Es war jedoch nicht angebracht, den Flug offiziell abzusagen, vielmehr wurde er immer wieder verschoben. Im Oktober 1966 gab es wieder Anweisungen, den Flug weiter zu planen. Ein Start Anfang 1967 schien möglich, wurde aber nicht besonders forciert. Der Flug von Woschod 3 geriet in Vergessenheit, wurde aber nie offiziell gestrichen.

 

Bedeutung für die sowjetische Raumfahrt

Durch schlechte Leitung, interne Rivalität und politische Intrigen setzte sich in der sowjetischen Raumfahrt nicht immer das Beste durch. Zwar hatten die Sowjets lange Zeit die Führung vor den USA, doch konnten sie nach den Wostok-Raumschiffen nur begrenzt Weiterentwicklungen vorweisen.

Verschiedene Verzögerungen führten dazu, dass die UdSSR ab März 1965 für längere Zeit keinen bemannten Weltraumflug durchführte, während die NASA durch das Gemini-Programm große Fortschritte machte und eindeutig die Führung übernahm.

Die sowjetische Führung drängte darauf, den Rückstand klein zu halten, und so wurde im April 1967 das noch nicht ganz ausgereifte Sojus-Raumschiff zum ersten bemannten Start freigegeben.

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia: Kosmos-47Kosmos-57Kosmos-110 , Woschod-1Woschod-2 

Copyright Fotos / Grafiken v.o.n.u.v.l.n.r.: Reubenbarton

Lizenzbestimmungen Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (abgekürzt)