Wostok Mission

 

 

 

 

Erste bemannte Raumfahrt

Wostok Mission – Sowjetisches Raumfahrtprogramm

 

Die Wostok Mission mit Wostok 1 war der erste bemannte Weltraumflug. Mit dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin gelangte am 12. April 1961 erstmals ein Mensch über die international anerkannte Grenzhöhe von 100 Kilometern. Gagarin startete an Bord eines Wostok-Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Tjuratam (dem heutigen Baikonur) aus und landete nach einer vollständigen Erdumkreisung in der Nähe der südwestrussischen Stadt Engels. Der Flug zählt zu den größten Erfolgen des sowjetischen Raumfahrtprogramms und gilt als Meilenstein des Wettlaufs ins All zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten. Der erste bemannte Orbitalflug der USA, Mercury-Atlas 6, erfolgte zehn Monate später, im Februar 1962.

Offiziell wurde die Mission von der Sowjetunion als Wostok bekannt gegeben (ohne den Zusatz der Zahl 1); um Verwechslungen zu vermeiden, wird der Flug international jedoch meistens als Wostok 1 angegeben.

 

Planung der Wostok Mission

 

Die ersten ernstzunehmenden Planungen für einen bemannten Raumflug (Wostok Mission) begannen in der Sowjetunion im Dezember 1957, als im Entwicklungsinstitut OKB-1 eine Abteilung für Studien hinsichtlich der bemannten Raumfahrt geschaffen wurde. Die Arbeitsgruppe entwickelte in der Folge eine sphärische Kapsel, die mit der Interkontinentalrakete R-7 gestartet werden sollte. Das Projekt wurde durch die Rivalität mit den Vereinigten Staaten, die im Rahmen des Mercury-Programms ebenfalls ein bemanntes Raumfahrzeug entwickelten, beschleunigt.

Ein Erlass vom 4. Juni 1960 sah den Abschluss des Testprogramms für das aus drei separaten Modulen bestehende Wostok-Raumschifffür Ende 1960 vor. Im September desselben Jahres schlugen einige der führenden Chefkonstrukteure auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt in einem geheimen Memorandum für das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion vor, ein Raumfahrzeug für einen bemannten Start im Dezember 1960 vorzubereiten. Der Antrag wurde am 11. Oktober mit der Begründung, die Mission habe eine „besondere Bedeutung“, genehmigt.

Der Flug verzögerte sich letztendlich aus bisher nicht offiziell bekannt gegebenem Grund bis April 1961. Allerdings hatte der Start der ersten sowjetischen Venus-Sonde Venera 1 Priorität. Des Weiteren verspätete sich der Termin für den Flug durch die Explosion einer R-16-Rakete auf der Startrampe, bei welcher mehr als 100 Personen getötet wurden („Nedelin-Katastrophe“). Auch technische Probleme kommen in Frage.

Testflüge für die Wostok Mission

Neben zahlreichen Bodentests wurde in der Entwicklungsphase der Wostok-Kapsel eine Reihe unbemannter Testflüge durchgeführt, die unter der Bezeichnung Korabl-Sputnik (KS) zusammengefasst werden:

  • Der erste Prototyp eines Wostok-Raumschiffs wurde am 15. Mai 1960 mit einer modifizierten R-7-Interkontinentalrakete gestartet. Ein Versuch, den Wiedereintritt des Raumfahrzeugs einzuleiten, misslang.
  • Nach einem Fehlstart erfolgte im August 1960 der zweite Probeflug. An Bord des verbesserten Raumschiffs befanden sich erstmals zwei Hunde, um ihre Reaktionen auf die Schwerelosigkeit zu untersuchen. Die Tiere wurden nach der 24-stündigen Mission geborgen.
  • Korabl-Sputnik 3 startete im Dezember 1960 und war weitestgehend eine Wiederholung des vorhergegangenen Fluges. Die beiden Hunde starben während des Wiedereintritts, da die Kapsel die korrekte Flugbahn verließ und durch den Selbstzerstörungsmechanismus vernichtet wurde.
  • Eine weitere Wostok Mission endete nach dem Start am 22. Dezember 1960 wegen einer Störung in der Oberstufe der Trägerrakete mit einer Notlandung in Sibirien. Die Tiere an Bord konnten zwei Tage später gerettet werden.
  • Die bemannte Version des Wostok-Raumschiffs wurde am 9. März 1961 erstmals eingesetzt. Im Raumfahrzeug befand sich neben den beiden Hunden eine Testpuppe mit einem Druckanzug.
  • Der letzte Testflug erfolgte am 25. März 1961 und diente als Generalprobe für die bemannte Mission.

 

Verlauf der Wostok Mission

 

Nachdem ein Tier während des Testprogramms Symptome der Raumkrankheit gezeigt hatte, wurde der Erstflug des Wostok-Raumschiffs auf einen Erdumlauf (Orbit) verkürzt. Des Weiteren wurden mehrere Notfallprozeduren entwickelt, die die Sicherheit des Kosmonauten gewährleisten sollten. So wählte man für das Raumschiff beispielsweise eine Umlaufbahn, die im Falle einer Fehlfunktion der Bremstriebwerke einen natürlichen Wiedereintritt nach zwei bis sieben Tagen gewährleistet. In der Kapsel befanden sich außerdem ein Vorrat an Wasser und Nahrung für zehn Tage sowie ein Sender, mit dem die Landestelle des Raumfahrers bestimmt werden konnte. Falls die Landung auf nichtsowjetischem Boden erfolgen würde, war der Kosmonaut laut einer Mitteilung an das Zentralkomitee der UdSSR mit „angemessenen Instruktionen“ausgestattet. Die bemannte Variante des Wostok-Raumschiffs besaß keinen Selbstzerstörungsmechanismus.

Wegen der höheren Anforderungen eines bemannten Flugs wurde das Netzwerk aus Bahnverfolgungspunkten, das sich über die gesamte sowjetische Landmasse erstreckte, auf 13 Stationen erweitert. Daneben betrieb das sowjetische Raumfahrtprogramm eine Flotte von Marineschiffen, da man sich sträubte, wie die USA Bodenstationen im Ausland zu errichten.

Jeder der Bahnverfolgungspunkte konnte die Kommunikation mit dem Raumschiff im Orbit für etwa fünf bis zehn Minuten aufrechterhalten, wenn sich die Kapsel in einer Entfernung von weniger als 2000 Kilometern befand. Das Nervenzentrum für Wostok 1 lag in einem Vorort von Moskau, wo sich das Kontrollzentrum auf dem Gelände des militärischen Forschungsinstitut NII-4 befand. Für die Zusammenstellung der Bergungstruppen für den gelandeten Kosmonauten war eine Einheit der Luftwaffe verantwortlich, der eine Flotte aus 25 Flugzeugen und 10 Helikoptern unterstand.

Start von Wostok Mission 1

Gegen 3:00 Uhr Moscow Standard Time (MSK) am 12. April wurden die verschiedenen Stationen im Kontrollbunker und den Bodenstationen in der Sowjetunion besetzt.  Das war der offizielle Beginn der Startoperationen. Um 5:30 Uhr MSK wurden Gagarin und Titow durch den Luftwaffenarzt Jewgeni Karpow geweckt. Nach dem Frühstück erfolgte eine letzte medizinische Untersuchung.  Anschließend legten sich beide mit der Hilfe zweier Assistenten ihre SK-1-Raumanzüge an. Die mehrlagigen, orange-farbenen Garnituren wogen rund zehn Kilogramm und sollten den Raumfahrer vor einem möglichen Druckverlust schützen.

Gegen 6:30 Uhr MSK wurden Gagarin und Titow zusammen mit den Kosmonautenanwärtern Grigori Neljubow und Andrijan Nikolajew  zur Startrampe grbracht. Bei seiner Ankunft berichtete Gagarin gegenüber dem Vorsitzenden der staatlichen Kommission, Konstantin Rudnew, in Kürze, dass er für die ihm zugewiesene Wostok Mission bereit sei. Danach brachte ihn ein Aufzug an die Spitze der Wostok-Rakete, wo er durch eine Luke das Raumschiff bestieg.

Um 7:10 Uhr MSK aktivierte Gagarin das Funkgerät, das ihn mit dem Konstrukteur Sergei Koroljow im Startkontrollzentrum verband. Gagarin benutzte das Rufzeichen Kedr („Zeder“), während die Bodenstationen Sarja-1 („Morgenröte-1“) verwendeten. Eine Stunde nach dem Einstieg Gagarins in die Kapsel, wurde die Luke des Wostok-Raumschiffs geschlossen. Eine Anzeige meldete, dass die Luke nicht korrekt verriegelt war. Drei Techniker mussten alle 30 Sicherungsschrauben wieder entfernen und die Luke ein zweites Mal schließen.

Die Panne führte zu leichten Verzögerungen, so dass die Umgebung der Startrampe erst 30 Minuten vor dem Abheben geräumt werden konnte. Eine Viertelstunde später wurden die Wartungsplattformen, die die Trägerrakete umgaben, zurückgefahren. Der Countdown wurde eine Minute vor dem Start planmäßig für fünf Minuten angehalten. Gagarin berichtete, dass er bereit für den Start sei und das Arbeiten der Ventile spüren könne.

Wenige Sekunden vor dem Start begann die Zündungssequenz der fünf Triebwerke der ersten und zweiten Raketenstufe. Nachdem die Rakete die volle Schubkraft von knapp 400 Tonnen erreicht hatte, lösten sich die vier Haltearme. Um 9:06:59,7 Uhr MSK am 12. April 1961 startete Wostok 1 mit Juri Gagarin an Bord.

Wostok Mission - Trägerrakete R 7

Während des Aufstiegs der Wostok-Trägerrakete erhöhte sich wegen der zunehmenden Beschleunigung die g-Kraft. Die erhöhte g-Kraft drückte Gagarin in seine Liege. 119 Sekunden nach Flugbeginn wurde die aus vier Boostern bestehende erste Stufe abgetrennt. Eine knappe Minute später folgte die Absprengung der Nutzlastverkleidung, die das Raumschiff beim Start umgeben hatte. Bei einer Belastung von 5 g bemerkte Gagarin leichte Schwierigkeiten beim Sprechen.

Nach fünf Minuten Flugzeit schalteten die Triebwerke der zweiten Stufe ab, wodurch die g-Kraft rapide abnahm. Nach dem Ablösen der zweiten Stufe beschleunigte das Triebwerk der dritten Stufe die Wostok auf Orbitalgeschwindigkeit. Gagarins Puls erreichte während der Startphase einen Höchststand von 150 Schlägen pro Minute.

676 Sekunden nach dem Abheben erreichte das Raumschiff die Erdumlaufbahn, nachdem kurz zuvor die dritte Raketenstufe abgetrennt worden war. Wegen einer mangelhaften Leistung der Trägerrakete erreichte das Wostok-Raumschiff einen höher als vorgesehenen Orbit. Der Apogäum (größter Erdabstand) lag 70 Kilometer über dem geplanten Wert.

Wiedereintritt und Landung von Wostok Mission 1

Knapp eine Stunde nach dem Start begann Gagarin mit den Vorbereitungen für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, indem er unter anderem die Rollladen von zwei der drei Bullaugen herunterfuhr und sein Helmvisier schloss. Das Wostok-Raumschiff, das um 10:09 Uhr MSK den Erdschatten verlassen hatte, befand sich derweil in einer leichten Drehung, um die Sonneneinstrahlung gleichmäßig über die Oberfläche zu verteilen.

Später wurde das Raumfahrzeug mit Hilfe der Sonnensensoren in die richtige Position für die Bremszündung gebracht, bei der das Triebwerk entgegen der Flugrichtung ausgerichtet ist. Um 10:25 Uhr MSK zündete die Bremsrakete TDU-1 für genau 40 Sekunden, um Geschwindigkeit abzubauen und damit den Wiedereintritt einzuleiten. Bei der Abschaltung des Bremstriebwerks über Afrika nahm Gagarin eine leichte Zunahme der g-Kräfte wahr.

Kurz nach der erfolgreichen Bremszündung kam es zum einzigen schwerwiegenden Zwischenfall der Mission, da der größere Geräteteil des Raumschiffs sich nicht wie vorgesehen von der bemannten Landekapsel trennte. Gagarin war sich des Problems durch die Anzeigenleuchten in der Kabine bewusst. Dadurch würde sich die Landestelle der Kapsel in den Fernen Osten der Sowjetunion verschieben. Die Kapsel konnte mit dem Geräteteil nicht seinen natürlichen Schwerpunkt finden. Das Raumfahrzeug begann sich mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse zu drehen

Auch zwei Minuten nach Ende der Bremszündung war die Abtrennung des Geräteteils noch nicht erfolgt. Obwohl die eigentliche Trennvorrichtung die beiden Module offenbar pünktlich voneinander gelöst hatte, blieben die beiden Komponenten verbunden. Dadurch trat das Raumschiff mit der schweren Landekapsel voraus in die Erdatmosphäre eintrat.

Gagarin blieb während des Vorfalls ausgesprochen ruhig und übermittelte der Bodenstation, dass alles an Bord normal abliefe. Die Abtrennung des Geräteteils erfolgte schließlich 10 Minuten später als vorgesehen um 10:35 Uhr MSK, nachdem die Kabel zwischen den beiden Modulen wegen der atmosphärischen Reibung durchgebrannt waren. Wenig später nahm die Rotation des Raumschiffs ab.

Gagarin schilderte nach dem Ende des Flugs ausführlich den Verlauf des Wiedereintritts. So berichtete er beispielsweise von einem violetten Glühen, das rund um die Bullaugen entstanden sei. Des Weiteren spürte Gagarin eine kurzzeitige Zunahme des Belastungsgrads auf 10 g, wodurch seine Sehkraft für zwei bis drei Sekunden beeinträchtigt wurde und er die Instrumententafel nur noch verschwommen wahrnahm. Nachdem die Kapsel die Schallmauer durchbrochen hatte, nahmen die g-Kräfte wieder ab.

In einer Höhe von 7.000 Metern öffnete sich der Hauptfallschirm des Raumschiffs. Wenig später wurde die Luke hinter Gagarins Kopf mit der Zündung einer Sprengladung abgetrennt und Gagarin zwei Sekunden darauf per Schleudersitz aus der Landekapsel katapultiert. Die Landeregion lag nur wenig entfernt vom vorausberechneten Gebiet in der Nähe der Stadt Saratow, wo die Trainingssprünge der Kosmonauten stattgefunden hatten. Gagarin trennte sich von seinem Sitz, woraufhin sich sein Fallschirm öffnete.

Kurz vor dem Aufsetzen löste sich auch der Reservefallschirm, jedoch ohne sich zu entfalten oder sich in den Leinen des Hauptfallschirms zu verfangen. Um 10:55 Uhr MSK landete Gagarin nach einer Stunde und 48 Minuten Flugzeit relativ sanft in einem brachen Feld. Die Landestelle (51° 16′ 49″ N, 45° 58′ 36″ O ) lag 26 Kilometer südwestlich der Stadt Engels in der Oblast Saratow, nahe dem Dorf Smelowka. Als erste fanden eine Bäuerin nebst Enkeltochter, einige Techniker und Soldaten Gagarin. Die leere Landekapsel ging derweil ca. 2,5 Kilometer entfernt in einer kleinen Schlucht in der Nähe eines Hauses nieder. Am Landepunkt des Raumschiffs wurde einige Tage später ein Monument errichtet.

Gagarin wurde später von den Bergungsmannschaften zu einer Militärbasis in der Nähe von Engels gebracht, wo er ein Glückwunschtelegramm des sowjetischen Regierungschefs Nikita Chruschtschow erhielt. Dem Oberbefehlshaber der sowjetischen Luftstreitkräfte meldete er über Telefon, er habe die ihm zugetragene Mission erfolgreich abgeschlossen. Anschließend wurde der Kosmonaut zu einer Datsche am Wolgaufer in Samara gefahren, wo ihm sein Ersatzmann German Titow die Glückwünsche der gesamten Kosmonautengruppe übermittelte. Er erfuhr zudem, dass er in den Rang eines Majors befördert wurde. Am Tag nach dem Flug, dem 13. April, trug Gagarin der staatlichen Kommission eine detaillierte Darstellung des Flugs vor. Eine Tonbandaufnahme dieses als „streng geheim“ eingestuften Berichts wurde am 19. April den Mitgliedern des Zentralkomitees vorgespielt.

Wostok Mission – Historische Bedeutung und Reaktionen

 

Der Flug von Wostok 1 zählt neben den Starts des Sputnik und der Raumstation Mir zu den größten Erfolgen des sowjetischen Weltraumprogramms. Die Wostok Mission von Juri Gagarin wird oftmals mit anderen bahnbrechenden Forschungsreisen verglichen. Dazu zählen die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus oder dem Atlantiküberflug Charles Lindberghs. In der Sowjetunion wurde die erfolgreiche Durchführung des ersten bemannten Raumflugs ferner als großer Triumph im Kalten Krieg gegen die USA angesehen.

Sowjetunion

Die Nachricht des Starts von Wostok 1 wurde in der Sowjetunion durch eine Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur TASS verbreitet. Die Meldung wurde vor dem Start im militärischen Forschungsinstitut NII-4 verfasst und im Voraus an wichtige Medieneinrichtungen in der Sowjetunion gesendet. 55 Minuten nach dem erfolgreichen Start wurde das Kommuniqué schließlich vom bekannten Nachrichtensprecher Juri Lewitan bei Radio Moskau verlesen.

Von den offiziellen Stellen wurde die Landung Gagarins am Fallschirm aus bisher unbekanntem Grund verschwiegen.  Es wurde stets von einer weichen Landung des Raumschiff mit Gagarin an Bord gesprochen. In der Komsomolskaja Prawda erschien jedoch ein unzensierter Artikel, der auch von einigen DDR-Zeitungen übernommen wurde.  Dessen Korrespondenten hatten mit Zeugen der Landung gesprochen, wodurch sie einen wahrheitsgetreuen Bericht von der Landung erhielten.

Am Morgen des 14. April flog Gagarin mit einer kleinen Gruppe von Offiziellen und Korrespondenten nach Moskau, wo die offiziellen Feierlichkeiten zu seiner Rückkehr stattfanden. Bei seiner Landung auf dem Wnukowo-Flughafen hatte sich in den Straßen Moskaus die größte Menschenmenge seit den Siegesfeiern im Jahr 1945 versammelt.

Gagarin wurde die Auszeichnung Held der Sowjetunion zuteil; daneben erhielt er den Titel Fliegerkosmonaut der Sowjetunion, der anlässlich seines Flugs gestiftet worden war. Ein Autokorso begleitete Gagarin zum Roten Platz, wo sich neben Angehörigen des Weltraumprogramms auch sowjetische Parteiführer wie Nikita Chruschtschow, Leonid Breschnew und Frol Koslow versammelt hatten.

Vereinigten Staaten

In den USA führte Wostok 1 zu ähnlichen Reaktionen wie vier Jahre vorher Sputnik 1, weshalb diese Reaktionen auch Gagarin-Schock genannt werden.

Zum Zeitpunkt des Fluges von Wostok 1 standen die USA vor dem Start ihres ersten bemannten Raumflugs Mercury-Redstone 3. Allerdings sollte der ausgewählte Astronaut Alan Shepard an Bord der Mercury-Kapsel nur eine suborbitale Mission in große Höhe und keine vollständige Erdumkreisung durchführen.

Der Start von Mercury-Redstone 3 war durch Probleme bei einem vorangegangenen Testflug verzögert worden, da das Team um den deutschen Raumfahrtingenieur Wernher von Braun auf einen weiteren unbemannten Erprobungsflug drängte, um verschiedene Änderungen an der Trägerrakete zu prüfen. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA konnte Mercury-Redstone 3 dadurch erst Anfang Mai 1961 starten.

Der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA bekam schon einige Tage vor dem Start von Wostok 1 Hinweise auf einen bevorstehenden bemannten Flug. 20 Minuten nach Beginn des Flugs konnte eine Station des Nachrichtendienstes NSA in Alaska Fernsehsignale aus dem Wostok-Raumschiff empfangen, die Gagarin in seiner Kabine zeigten. Die Nachricht wurde an das CIA-Hauptquartier in Washington weitergeleitet, wo ein Bericht für Präsident John F. Kennedy vorbereitet wurde.

 

Anmerkungen

Autorenliste Wikipedia:  Wostok-1

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